# taz.de -- Kommentar Grüne Afghanistanpolitik: Ein Nein muss möglich sein
> Die Grünen fordern nun erstmals für 2013 einen Abzug der Bundeswehr aus
> Afghanistan. Nur müssen sie so stark sein und weiter Nein sagen, wenn es
> nicht klappt.
Die Grünen haben sich festgelegt: In der kommenden Legislaturperiode,
sprich bis 2013, müsse der Abzug aus Afghanistan möglich sein, sagen sie.
Damit kommen sie ihrer Basis entgegen.
An den Wahlkampfständen herrscht seit den Ereignissen vor einer Woche im
nordafghanischen Kundus Unruhe. Vor wenigen Tagen hat sich auch ein Teil
des linken Parteiflügels für einen Abzug bis Ende 2010 ausgesprochen und
entsprechende Forderungen für den Parteitag im Oktober formuliert. Und
Seitdem Exkanzler Gerhard Schröder ("2015") und andere herumlaufen, die
Jahreszahlen für einen Abzug der Bundeswehr nennen, wollen die Grünen nicht
die Letzten sein, die sich dies auch zutrauen.
Doch wer 2013 sagt, muss auch Nein sagen können, wenn es nicht klappt. Die
Grünen fordern seit drei Jahren den "Strategiewechsel" für Afghanistan. Sie
haben genauer als andere Parteien formuliert, woran der Einsatz zu
scheitern drohte, woran er nun tatsächlich scheitern könnte. Beispielsweise
wiesen sie früh darauf hin, dass Deutschland den Polizeiaufbau in
Afghanistan zwar versprochen hatte - dann aber erbärmlich versagte.
Es ist wohl nicht zu erwarten, dass die Grünen an die Regierung geraten -
und wenn, bekommen sie keine entscheidenden Ressorts. Liefert eine künftige
Regierung aber keinen "Strategiewechsel", haben die Grünen kaum mehr eine
Wahl: Eines nicht fernen Tages müssen sie den Afghanistan-Einsatz ablehnen.
So wie die Linkspartei. Das können die Grünen ruhig zugeben. Alles andere
wäre Zeugnis derselben Verdruckstheit, die sie stets der Kanzlerin
vorwerfen. Einerseits Wählern und Basis mit einem Datum beruhigen,
andererseits maximale Distanz zur Linkspartei pflegen, das geht eben nicht.
11 Sep 2009
## AUTOREN
(DIR) Ulrike Winkelmann
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(DIR) Bundeswehr in Afghanistan: Grüne dafür und dagegen
Erstmals haben die Grünen einen Zeitrahmen für einen Abzug der Deutschen
aus Afghanistan gesteckt. Aber was passiert, wenn der nicht eingehalten
wird? Nun ja.