# taz.de -- Neue Debatte über Internetsperren: Scholz will das Gesetz kippen
> Erst setzt die SPD in der großen Koalition ein Sperrgesetz für
> Internetseiten mit durch. Doch kaum in der Opposition, will SPD-Vize Olaf
> Scholz es wieder kippen und fordert "Löschen vor sperren".
(IMG) Bild: SPD-Vize Olaf Scholz findet die roten Stopp-Schilder plötzlich nicht mehr nützlich.
HAMBURG dpa | SPD-Vize Olaf Scholz fordert, das Sperrgesetz für
Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten ersatzlos zu streichen.
"Das Gewürge muss ein Ende haben", sagte er zur Koalitionsvereinbarung von
Union und FDP, das umstrittene Gesetz zunächst nur auszusetzen. Dieses
Vorgehen sei "abenteuerlich", kritisierte der stellvertretende
SPD-Bundesvorsitzende und Vize- Fraktionschef. "Internetsperren sind
ineffektiv, ungenau und ohne weiteres zu umgehen."
Die von der Vorgänger-Regierung aus Union und SPD in Gang gebrachte
Regelung sollte den Zugang zu Kinderpornografie im Netz erschweren, indem
auf solchen Seiten rote Stoppschilder erscheinen. Damit sollte den Nutzern
klar gemacht werden, dass ein Umgehen dieser Sperre für sie strafbar ist.
Kritiker hatten bemängelt, dass damit einer Zensur des Internets der Weg
bereitet, der Missbrauch von Kindern aber nicht verhindert werde.
Die SPD besteht laut Scholz auf dem Prinzip "Löschen vor sperren". Es müsse
"selbstverständlich sein, kriminelle Internetangebote, wie dies bei der
Wirtschaftskriminalität bereits heute möglich ist, binnen Stunden oder
wenigen Tagen zu löschen und strafrechtlich zu verfolgen".
12 Dec 2009
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