# taz.de -- Bürger entscheiden für Ikea: Der Elch kommt nach Altona
       
       > Drei Viertel der Altonaer votieren für schwedisches Möbelhaus in der
       > Großen Bergstraße. Ein zweites Bürgerbegehren gegen den Neubau will die
       > CDU aushebeln.
       
 (IMG) Bild: Vorerst unterlegen: Gentrifizierungsgegner feiern am 18.12.2009 in und auf dem Frappant-Gebäude.
       
       Die Befürworter einer Ansiedlung von Ikea in der Großen Bergstraße haben
       sich durchgesetzt: Bei dem Bürgerentscheid "Pro Ikea" stimmten 62.412
       wahlberechtigte Altonaer für eine so genannte City-Filiale des schwedischen
       Möbelriesen, 18.480 stimmten dagegen - ein Verhältnis von 77 zu 23 Prozent.
       Dieses Ergebnis teilte Abstimmungsleiter Kersten Albers am
       Donnerstagnachmittag mit.
       
       In einer ersten Stellungnahme begrüßte Armin Michaely, Expansionschef von
       Ikea, "dass eine so deutliche Mehrheit der Bürger Ikea in Altona willkommen
       heißt" und kündigte an, sein Unternehmen werde "in den nächsten Wochen
       verstärkt den Dialog mit den Künstlern und Anwohnern suchen", die noch
       nicht von dem Segen einer Ansiedlung überzeugt seien.
       
       "Das Ergebnis bedeutet: Ikea wird kommen", bringt Uwe Szczesny,
       Fraktionschef der Altonaer CDU, das Bürgervotum auf den Punkt. Szczesny
       tritt dafür ein, das von Ikea-Gegnern angestrengte zweite Bürgerbegehren
       zum Thema zu verhindern, indem die Stadt die Entscheidung durch Evokation
       an sich zieht. Er werde, so Szczesny, "den Senat umgehend auffordern,
       entsprechend tätig zu werden".
       
       Zudem kündigte der CDU-Chef an, eine soziale Erhaltenssatzung für den
       Bereich um den geplanten Neubau herum auf den Weg zu bringen, "damit eine
       Gentrifizierung gestoppt wird und die Mieten sich nicht erhöhen". Es gehe
       darum die zusätzliche Verkehrsbelastung "so gering wie möglich zu halten".
       
       Auch die Altonaer GAL-Fraktionschefin Gesche Boehlich bewertet die
       Abstimmung als "erfreulich eindeutiges Ergebnis" für eine Ansiedlung.
       Aufgrund der hohen Beteiligung an dem Bürgerentscheid und dem in ihm "klar
       artikulierten Bürgerwillen" habe der von den Ikea-Gegnern angestrengte
       Bürgerentscheid "nun keine Legitimation mehr".
       
       Eben diese Gegner gehen weiterhin davon aus, dass es zu einer zweiten
       Abstimmung kommt. Es komme nun darauf an, die Idee eines "sozial-kulturell
       genutzten Stadthauses als Alternative zu konkretisieren", so Maarten Thiele
       von der Initiative "Kein Ikea in Altona": "Den Altonaern wurde die Katze im
       Sack verkauft, da keine genauen Baupläne bekannt sind."
       
       Während die gegen Ikea gerichtete Initiative vom Bezirksamt mehrfach
       aufgefordert worden sei, eine "absolut neutrale Fragestellung" für ihr
       Bürgerbegehren zu finden, hätten die Ikea-Befürworter eine "absolut
       tendenziöse Fragestellung" abstimmen lassen, sagt Thiele weiter. Damit habe
       das Amt "seine Neutralitätspflicht verletzt".
       
       Die Linkspartei, die sich im Bezirk als einzige gegen die Ikea-Ansiedlung
       ausgesprochen hat, hält "nach den demokratischen Spielregeln den zweiten
       Bürgerentscheid für geboten". Das müsse "auch die Stadt akzeptieren".
       
       21 Jan 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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