# taz.de -- Stadtplanung: Ikea, die Autos und der Bahnhof
       
       > Große Beteiligung am Bürgerentscheid zur Ikea-Filiale in Altona. Debatte
       > um Verkehrserschließung. Neuer Fernbahnhof soll Autobahnanschluss
       > kriegen.
       
 (IMG) Bild: Kommen all diese blassen Gestalten wirklich zu Fuß?
       
       "Ikea bringt die Autobahn quer durch Altona" - über dieses Plakat der
       Bürgerinitiative "Kein Ikea in Altona" ist ein heftiger Streit entbrannt.
       In verschiedenen Zeitungen ist die Initiative der Lüge bezichtigt worden.
       Die Initiative findet, sie habe damit "eine Debatte über die
       verkehrstechnischen Folgen einer Ikea-Ansiedlung" angestoßen.
       
       Der Möbelkonzern plant, in der Großen Bergstraße unweit des Altonaer
       Bahnhofs ein leer stehendes Einkaufszentrum und Bürogebäude abzureißen, um
       dort ein achtstöckiges Möbelhaus zu errichten. Kritiker befürchten, dass
       dadurch das Viertel gentrifiziert und die Nachbarschaft im Liefer- und
       Kundenverkehr ersticken würde. Die Befürworter sehen in der Ansiedlung die
       Chance, den Niedergang der Einkaufsmeile zu stoppen.
       
       Beide wollen Bürgerentscheide erreichen. Derjenige der Befürworter läuft
       noch bis zum 19. Januar. Schon zur Halbzeit hat die Rekordzahl von einem
       Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
       
       Das Plakat der Ikea-Gegner ist, gelinde gesagt, eine krasse Zuspitzung,
       denn von einer Autobahn in den Stadtteil kann keine Rede sein. Geplant ist
       ein Autobahnzubringer - und der hat, wie Baudezernent Reinhold Gütter
       versichert, mit Ikea nichts zu tun. Stattdessen soll er den neuen
       Fernbahnhof, der am Diebsteich geplant ist, mit der A 7 verbinden.
       
       Wie die taz berichtete, würde die Bahn den Fernbahnhof Altona gerne nach
       Norden verlegen. Auf dem frei werdenden Gleisgelände könnte ein neues
       Stadtviertel gebaut werden. Weil der neue Fernbahnhof viele Fahrgäste aus
       dem Umland anlocken würde, möchte Baudezernent Gütter die ehemalige
       Bahnstrecke zur Post am Diebsteich nutzen. Diese verlaufe in einem gut
       erhaltenen Trog mit fünf stabilen Brücken. Sie könne zwei Fahrspuren fassen
       und würde die übrigen Straßen entlasten. Außerdem könne sie helfen, den
       Verkehr zu dem neuen Stadtteil zu bewältigen. Über die Trasse sei 2000
       erstmals diskutiert worden, lange vor den Ikea-Plänen.
       
       "Eine Ikea-Ansiedlung schafft Fakten, die die Trassenpläne stützen",
       beharrt die Initiative "Kein Ikea in Altona". Das Unternehmen plane ein
       herkömmliches Haus mit vollem Sortiment, das viel Verkehr anziehen werde.
       Baudezernent Gütter hält das für unwahrscheinlich. "Die Leute werden
       zweimal versuchen, auf das Ikea-Parkdeck zu fahren", prophezeit er. "Wenn
       sie merken, dass sie im Stau stehen, werden sie wegbleiben." Das werde Ikea
       zwingen, sein Angebot auf Nicht-Autofahrer umzustellen.
       
       11 Jan 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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