# taz.de -- KOMMENTAR SCHULSTREIT: Dummheit ist möglich
       
       > Auch wenn klare Fronten etwas für sich haben: Jetzt, da der
       > Volksentscheid kommt, stehen mühevolle Monate für die Reformbefürworter
       > an.
       
 (IMG) Bild: Bangemachen gilt nicht: Schulsenatorin Goetsch und Bürgermeister von Beust üben sich in Zuversicht
       
       Dass die Verhandlungen geplatzt sind, ist nicht nur schlecht, denn viele
       wollen sich für die Schulreform engagieren. Aber Achtung: Auch wenn klare
       Fronten etwas für sich haben, stehen doch mühevolle Monate an.
       
       Walter Scheuerl ist es geglückt, eine neue Argumentationsfigur zu setzen.
       Es geht kaum noch um das Elternwahlrecht. Er lässt alle bisherigen
       Schulstudien beiseite und suggeriert, dass sich die Primarschulreform noch
       per Schulversuch beweisen müsse. Dabei sagen Experten, dass längeres
       gemeinsames Lernen zu besseren Ergebnissen führt, wenn es mit moderner
       Pädagogik wie individueller Förderung verknüpft ist. Dass dies
       gewährleistet ist, dass Lehrer genug fortgebildet und Klassen klein genug
       sind, würde der Senat vor Reformstart garantieren. Ein fairer
       Schülerleistungsvergleich ist aber kaum machbar, weil die Lebensumstände
       der Kinder unterschiedlich sind.
       
       Doch den Bürgern diese Argumentation auf Schlagzeilenebene zu vermitteln,
       ist mühsam. Man muss die Menschen dort abholen, wo sie sind. Man muss ihnen
       sagen, warum Bildung für alle wichtig ist, auch wenn wir in einer
       Konkurrenzgesellschaft leben.
       
       Wird der Volksentscheid verloren, ist Hamburg zu dumm für eine kluge
       Schulpolitik.
       
       10 Feb 2010
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Kaija Kutter
       
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