# taz.de -- Kommentar: Mitreißende junge Linke
> Ein Bündnis von SPD bis Antifa ruft zur Blockade der Berliner Nazi-Demos
> am 1. Mai.
(IMG) Bild: Vorbild: Teilnehmerin der Blockade gegen den Nazi-Aufmarsch am 13. Februar in Dresden
Monatelang hatte die Berliner Innenpolitik nur noch ein Thema: die
linksextreme Gewalt. Das war nicht falsch. Doch fast musste man fürchten,
dass die steigende Zahl der Attacken aus dem rechten Spektrum kaum
wahrgenommen wird. Umso mehr überrascht der deutlich formulierte Aufruf zur
Blockade der Nazi-Demos am 1. Mai.
Die Erklärung steckt in der Organisationsstruktur: Das Bündnis "1. Mai
Nazifrei" glänzt zwar mit großen Namen auf der Unterstützerliste. Getragen
aber wird es durch den agilen Nachwuchs von SPD, Linken, Grünen und
Gewerkschaften - und den einschlägigen Antifa-Gruppen. Bei der Jugend gibt
es trotz aller Distanzierungs- und Abgrenzungsorgien der letzten Monate nur
wenig Berührungsängste. Und zudem die Fähigkeit, die älteren Parteigänger
zu begeistern. Nur dank dieser Kombination ist es möglich, dass ein
Parlamentspräsident und Parteivorsitzende ihren Namen unter ein fast
linksradikal klingendes Antifa-Papier setzen.
Sollten die älteren Linken nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der
Straße Seitan Seit mit der Antifa den Nazis im Weg stehen, könnte die
Initiative sogar noch einen überraschenden Nebeneffekt haben. Die
Rechtsextremen haben für den 1. Mai Dauerdemos bis spät in die Nacht
angemeldet. Wer sie erfolgreich blockieren will, braucht einen langen Atem
- und wird kaum Zeit haben für den Kreuzberger Krawall.
7 Apr 2010
## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
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