# taz.de -- Kommentar Elbphilharmonie: Ohne Not eine offene Flanke geboten
> Immer, wenn die Kulturbehörde vorprescht, ist der Baukonzern Hochtief
> bereits schneller und raffinierter gewesen.
(IMG) Bild: Blickt noch nicht so majestätisch über die Elbe, wie sie soll: Zankapfel Elbphilharmonie, über deren Eröffnung wohl weiter gestritten wird
Die Hamburger Causa Elbphilharmonie ähnelt immer stärker dem alten Märchen
"Der Hase und der Igel": Immer, wenn die Kulturbehörde vorprescht, ruft der
Baukonzern Hochtief bereits: "Ich bin schon da" und ist mal wieder
schneller und raffinierter gewesen.
Jüngstes Beispiel ist die gestern eingereichte Klage der städtischen
Realisierungsgesellschaft gegen Hochtief: Da hat sich die Stadt nach langem
Zögern endlich durchgerungen, juristische Schritte gegen den mächtigen
Konzern zu gehen, der konstant verbindliche Terminzusagen verweigert
Und dann passiert dieser fatale Fehler: Statt professionell auszuharren und
Hochtief keine offene Flanke zu bieten, verhaspelt sich Hamburgs
Kultursenatorin wie schon mehrmals zuvor: Noch vor Ablauf der Frist tönt
sie, man werde klagen - dabei liegt ein Fax von Hochtief mit einer
(zugegeben: halben) Zusage des geforderten Terminplans bereits seit Stunden
vor.
Unabhängig davon, ob die Senatorin das Schreiben kannte, oder ob es in
ihrer Behörde versickerte, zeugt dies von großer Unprofessionalität im
Umgang mit sensiblen Daten - was die Verhandlungsposition der Stadt
letztlich schwächt. Denn eine Senatorin, die Dinge zu früh ausplaudert und
dann zurückrudern muss, wird für die Juristen immer ein Unsicherheitsfaktor
bleiben. Kein gutes Omen für die Verhandlungen.
7 Apr 2010
## AUTOREN
(DIR) Petra Schellen
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(DIR) Elbphilharmonie: Stadt klagt gegen Hochtief
Weil der Baukonzern konkrete Terminpläne verweigert und auch eine letzte
Frist verstreichen ließ, geht die Stadt jetzt vor Gericht. Hochtief
allerdings sandte in letzter Minute ein Fax - und vertröstete erneut.