# taz.de -- IT-Sicherheit für Einsteiger: Sesam öffne Dich
       
       > In einer taz.de-Serie beschäftigen wir uns diese Woche täglich mit dem
       > Thema IT-Sicherheit für Einsteiger. Heute Teil 4: Wie man sichere
       > Passwörter wählt und sie bequem verwendet.
       
 (IMG) Bild: Vorsicht! Ohne sicheres Passwort gibt es schnell ein böses Erwachen.
       
       BERLIN taz | Eigentlich hängen all unsere Online-Leben an einem seidenen
       Faden: Fast jeder Dienst im Netz wird allein durch eine Kombination aus
       Zugangsnamen und Passwort geschützt. Wer eine der beiden Zeichenketten
       kennt, kann vielleicht die andere erraten oder sich technischer
       Möglichkeiten bedienen, um ihr auf die Schliche zu kommen - so genannte
       "Brute Force"-Angriffe, die, wenn nötig, Millionen Passwortvarianten
       durchgehen. Um so wichtiger ist es, möglichst gute Zugangsgeheimnisse zu
       wählen und sich dabei an einige grundlegende Sicherheitsregeln zu halten.
       
       Die wohl wichtigste: Niemals ein Passwort mehrmals verwenden. Selbst
       mancher Online-Profi hält sich nicht an diese Vorgabe. Allerdings bedeutet
       dies im schlimmsten Fall, dass ein Angreifer nicht nur ins eigene
       E-Mail-Programm, sondern beispielsweise an den Facebook-Account, die
       Amazon-Einkäufe oder die iTunes-Bibliothek gelang kann. Hinzu kommt die Art
       des Passworts: Begriffe, die in einem Wörterbuch stehen, sollte man
       vermeiden. Sie sind durch "Brute Force"- oder Lexikon-Attacken, bei denen
       einfach alle Worte der deutschen oder englischen Sprache durchgegangen
       werden, viel zu einfach zu brechen.
       
       Stattdessen sind scheinbar sinnlose Ketten aus Groß- und Kleinbuchstaben,
       Zahlen und zugelassenen Sonderzeichen - Punkt, Komma, Semikolon,
       Fragezeichen, Ausrufezeichen Plus und Minus gehören meistens dazu -
       angesagt. Wichtig ist die Passwortlänge: Acht Zeichen sind das Minimum,
       zehn oder zwölf sind besser. Das macht es Angreifern deutlich schwerer.
       
       Beim Merken hilft die altbewerte Eselsbrücke. So kann man sich
       beispielsweise ein Sätzchen in Groß- und Kleinschreibung, mit Punkt, Komma
       oder Ausrufezeichen zurechtlegen und davon dann nur die Anfangsbuchstaben
       verwenden. Aus "Ich lese jeden Morgen fröhlich und heiter die taz!" wird
       dann beispielsweise "IljMfuhdt!" - schon hat man ein Passwort, das schwer
       zu brechen ist.
       
       Allerdings löst sich so nicht das Problem, dass für jeden einzelnen
       genutzten Dienst ein eigenes Passwort gewählt werden muss. So müsste man
       sich dann eben 20 oder 30 Sätzchen merken - inklusive Nutzernamen, den man
       ebenfalls regelmäßig aus Sicherheitsgründen variieren sollte. Als
       Gedächtnisstütze bieten sich deshalb spezielle Programme an, so genannte
       Passwortmanager. Jeder moderne Browser verfügt inzwischen über diese
       Technik, egal ob Firefox, Safari oder Internet Explorer. Alle bieten dem
       Nutzer an, sich Passwörter zu merken. Allerdings sind diese Mechanismen
       nicht unbedingt gut geschützt: Man muss dann nicht einmal ein Passwort
       eingeben, damit der Browser die gespeicherten Passwörter freigibt. Sollte
       der eigene Rechner in fremde Hände geraten, kann der Angreifer die
       Passwörter zwar nicht mehr sehen, weil sie hinter "****" versteckt sind,
       funktionieren tun sie aber.
       
       Aus diesem Grund bietet sich an, über die Anschaffung eines speziellen
       Passwortmanagers nachzudenken. Diese Programme helfen bei der Erstellung
       von Passwörtern, speichern sie gut geschützt und sind selbst wiederum nur
       dann nutzbar, wenn man ein zentrales Passwort eintippt. Unter Windows
       bietet sich dazu beispielsweise die Open-Source-Software "KeePass" an, die
       auch einen eigenen Passwortgenerator enthält. Sie setzt dann sichere
       Passwörter in ein Web-Formular ein und speichert sie sofort. Auf dem Mac
       gilt die kostenpflichtige Lösung "1Password" als besonders beliebt. Auch
       sie generiert sichere Passwörter, über einen im Mac-Betriebssystem
       eingebauten Generator, der sogar die Auswahl zwischen verschiedenen
       Passwortarten lässt und speichert sie in einer zentralen Datenbank.
       Praktisch ist dabei auch das so genannte "Wallet"-Feature: Es generiert auf
       Wunsch Profildaten für E-Commerce-Angebote, die man dann nicht mehr
       eintippen muss. Sinnvoll ist ebenfalls, dass man mit Hilfe des
       Passwort-Managers relativ einfach Änderungen vornehmen kann. Wer über Jahre
       die gleichen Passwörter benutzt, geht ein unnötiges Risiko ein.
       
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       22 Apr 2010
       
       ## AUTOREN
       
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