# taz.de -- IT-Sicherheit für Einsteiger: Wie schütze ich meinen Rechner?
> In einer taz.de-Serie beschäftigen wir uns diese Woche täglich mit dem
> Thema IT-Sicherheit für Einsteiger. Teil 1: Wie man seinen PC absichert
> und trotzdem Spaß im Netz hat.
(IMG) Bild: Unangenehmer Geselle, auch digital übertragbar: Ein Virus.
Es gab eine Zeit, da nahm man seinen Rechner nach dem Kauf aus der
Verpackung. Man schloss ihn an und "konfigurierte" noch ein bisschen. Dann
konnte man ihn täglich benutzen, ohne groß Angst davor zu haben, dass Daten
entwendet, Dateien durch Viren beschädigt oder irgendwelche Angreifer aus
fernen Ländern Schabernack mit der Maschine treiben würden. Doch leider ist
diese Phase der PC-Unschuld vorüber. Heutzutage muss jeder Besitzer eines
Windows-Rechners auf der Hut sein, nicht in irgendwelche Fallen zu tappen.
Er wird zu seinem eigenen Systemadministrator, der ständig die neuesten
"Updates" installieren muss, damit die Maschine nicht attackiert wird.
Aus diesem Belagerungszustand muss der moderne Nutzer von heute aber
denken: Hunderte Datenschädlinge kommen stetig hinzu, die enorme Schäden
anrichten können. Sie klauen Kreditkartendaten oder die ganze Identität,
greifen aufs Online-Bankkonto zu oder verschicken Spams und andere böse
Inhalte im Namen des Opfers.
Windows bringt in den letzten Versionen schon einiges an Bordmittel mit, um
sich gegen die schlimmsten Angriffe zu wehren. Da wäre zum einen das
standardmäßige Windows-Update, das dafür sorgt, dass der Rechner mit den
neuesten, Sicherheitslücken schließenden Programm-Aktualisierungen versorgt
wird. Man sollte diesen Mechanismus als Einsteiger tunlichst auf
"automatisch" stehen lassen - dann vergisst man Updates auch nicht.
Der zweite wichtige Sicherheitsmechanismus ist ein guter Virenschutz. Ob
man nun Norton, F-Secure oder McAfee kauft, ist teilweise Glaubenssache -
ein Blick in Fachzeitschriften ist hilfreich. Relevant ist auch hier, dass
sich der Virenschutz selbst aktualisiert. Nur so ist sichergestellt, dass
neue Lücken nicht gleich ausgenutzt werden.
Das dritte Element einer guten Windows-Sicherheit ist die Aktivierung der
Firewall, die unerwünschte Verbindungen aus dem Internet bremst. Auch hier
macht es Microsoft einem inzwischen einfach: Im Sicherheitscenter ist sie
bereits enthalten.
Sicher surfen
Ein mit allen drei Elementen (automatische Aktualisierungen, Virenschutz,
Firewall) ausgestatteter Rechner kann dann auch ins Netz. Zum Surfen
empfehlen sich häufig aktualisierte Open-Source-Produkte wie beispielsweise
Firefox. Für diesen existieren auch zahlreiche Zusatzprogramme, um
unerwünschte Inhalte zu unterdrücken. Eines dieser "Add-ons", das auf
keinem Rechner fehlen sollte, nennt sich "Flashblock". Es blockiert Seiten,
die unerwünschte Animationen und Videos enthalten. (YouTube-Videos sind
aber beispielsweise über einen "Abspiel"-Knopf sofort freischaltbar.)
Im täglichen PC-Betrieb sollte man außerdem darauf achten, dass nicht nur
Windows und der Virenschutz regelmäßig aktualisiert werden müssen. Auch
Anwendungsprogramme wie Office, der Adobe Reader (für PDF-Dokumente) oder
das erwähnte Flash sind Bestandteile des Systems, die angegriffen werden
könnten. Aus diesem Grund sollte man auch dort entweder regelmäßig neue
Aktualisierungen prüfen oder automatische Updates aktivieren.
Alternativen: Mac und Linux
Wenn es aus beruflichen oder privaten Gründen nicht der klassische
Windows-PC sein muss, ergeben sich noch andere Möglichkeiten, an einen gut
geschützten Rechner zu gelangen. Die erste ist, gar nicht erst zum PC zu
greifen, sondern sich einen Apple-Computer, sprich: Mac, zu besorgen. Das
darauf laufende Betriebssystem OS X ist technisch zwar nicht unbedingt
grundsätzlich sicherer als Windows, doch wird diese Plattform schlicht
wesentlich seltener angegriffen. Daher verwenden die meisten Mac-Benutzer
keinen Virenschutz, wie er auf PCs seit Jahren Standard ist. Allerdings
muss man auch beim Mac darauf achten, das sich das System stets mit den
neuesten Sicherheitsupdates aktualisiert. Lücken, die ausgenutzt werden
können, lassen sich beim OS X regelmäßig entdecken. Und auch bei
Hack-Wettbewerben fallen Macs inzwischen nicht mehr seltener als
Windows-PCs. Trotzdem: Direkt aus der Verpackung genommen, werden
Apple-Rechner seltener Opfer von Datenschädlingen.
Wem das Kleingeld für einen Mac fehlt (preislich geht's bei rund 550 Euro
los, ohne Tastatur, Maus und Bildschirm), kann seinem PC auch einfach ein
alternatives Betriebssystem gönnen. Hier hat das kostenlose und auf offenen
Programmcodequellen basierende Linux in den letzten Jahren große
Fortschritte gemacht. Einfach zu bedienende Distributionen, wie man die
unterschiedlichen Linux-Formen auch nennt, besitzen alles, was man für
übliche PC-Arbeiten braucht - vom Firefox-Browser über das Büroprogramm
OpenOffice bis hin zu kostenlosen Spielen. Für Einsteiger gut geeignet ist
beispielsweise Ubuntu-Linux, das mit einem eingebauten Update-Programm
daherkommt. Es bringt die Software regelmäßig auf den neuesten Stand und
schließt Sicherheitslücken, die es natürlich auch bei Linux gibt. Die
Gefahr durch Viren und andere Datenschädlinge besteht hier ebenso. Angriffe
erfolgen aber ähnlich wie beim Mac deutlich seltener als unter Windows.
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19 Apr 2010
## AUTOREN
(DIR) Ben Schwan
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