# taz.de -- Kommentar Sparmassnahmen: Ohne Frauen kürzt sich's leichter
> Die Pläne der schwarz-gelben Regierung Schleswig-Holsteins überraschen
> nicht: Gespart wird beim Sozialen.
(IMG) Bild: Für Blinde bedeuten die Sparpläne, dass das Landesblindengeld von 400 Euro auf 200 Euro sinkt
Sie überraschen nicht, die Pläne der schwarz-gelben Regierung
Schleswig-Holsteins: Gespart wird, wie bisher, mit besonders leichter Hand
beim Sozialen. Damit bleiben die Parteien im Norden dem bundesweiten
Prozedere treu. Dass man es sich außerdem möglichst bequem machen und bei
vermeintlich "Wehrlosen" sparen würde, war ebenso vorhersehbar.
Nicht erstaunlich also, dass es die Blinden - die sich am wenigsten wehren
können und zudem wenig Lobby haben - und die Frauenhäuser trifft. Letzteres
ist vermutlich nicht nur der Tatsache geschuldet, dass Gewalt gegen Frauen
immer noch ein Tabu ist, über das selbst die Betroffenen nicht gern
sprechen. Auch ist eine solche Maßnahme - wenn auch politisch wenig korrekt
- in einem Kabinett mit gerade mal einer Alibi-Frau problemlos
durchzuwinken.
Eine äußerst unsoziale Maßnahme also; wer hier gegensteuern will, muss
starke Argumente haben. Die aber liefert die oppositionelle Linksfraktion
nicht: Da wird im Fall der Subventionskürzung für Frauenhäuser von
"volkswirtschaftlicher Kurzsichtigkeit" gesprochen; da behauptet man, der
Ministerpräsident werde die Folgen bald im Landeshaus spüren. Solche
Argumente tragen nicht. Denn weder wird das Landeshaus erzittern, noch wird
irgendwer den volkswirtschaftlichen Schaden errechnen.
8 Jun 2010
## AUTOREN
(DIR) Petra Schellen
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