# taz.de -- Ortsdatenspeicherung bei Foursquare: Ich weiß, wo du heute warst
       
       > Das Geo-Spiel Foursquare feiert einen Rekord: 100 Millionen Ortsdaten
       > haben die zwei Millionen Nutzer mittlerweile eingegeben. Das tun sie
       > freiwillig oder gegen kleine Geschenke.
       
 (IMG) Bild: Die User erzählen, wo sie gerade sind – freiwillig oder gegen kleine Geschenke.
       
       Wenn in Deutschland über Datenschutz im Internet gestritten wird, geht es
       zumeist gegen Google und [1][zuletzt verstärkt gegen das soziale Netzwerk
       Facebook]. Es dürfte allerdings nicht mehr lange dauern, bis Politiker der
       eher populistischen Fraktion einen weiteren Feind ausgemacht haben werden:
       Das Geodaten-Spiel [2][Foursquare].
       
       Der US-Dienst, der auf Knopfdruck abspeichert, wo man sich gerade befindet,
       hat in dieser Woche einen Rekord zu vermelden: Seit Gründung der Firma im
       März 2009 hat sie insgesamt 100 Millionen Ortsdaten, "Check-ins" genannt,
       eingesammelt. 2 Millionen User hat Foursquare mittlerweile insgesamt - und
       wächst nach eigenen Angaben alle 10 Tage um weitere 100.000 Mitglieder.
       
       Foursquare präsentiert sich dabei als Mischung aus Dienst zum Auffinden des
       Freundeskreises und Realdatenspiel: Wenn man an einem Ort besonders häufig
       "eincheckt", kann man sich "Bürgermeister" nennen und sogenannte Badges,
       virtuelle Aufnäher, einsammeln. Dafür soll es dann, so das Geschäftsmodell,
       Preisreduktionen etwa bei Coffeeshops geben. Foursquare selbst will sich
       über mobile Werbung finanzieren, weiß die Firma doch, wo sich ihre Nutzer
       aufhalten.
       
       Bei dem aktuellen Hype um Foursquare, das bereits eine kleinere
       Datenschutzaffäre hinter sich hat (eigentlich "unsichtbare" Nutzer wurden
       sichtbar), dürfte sich insbesondere ein Unternehmen ärgern: Google. Der
       Konzern hatte das Vorgängerunternehmen von Foursquare, Dodgeball, bereits
       vor fünf Jahren gekauft, dann aber nichts mit ihm angefangen.
       
       Neben Foursquare vermeldet in dieser Woche auch Facebook einen neuen
       Rekord: Das soziale Netzwerk hat laut Firmenboss Zuckerberg gerade seinen
       500. Millionsten Nutzer begrüßt. Damit sei Facebook "das drittgrößte 'Land'
       der Erde", wenn man dies auf die Bevölkerung des Planeten umrechne.
       
       22 Jul 2010
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /1/netz/netzkultur/artikel/1/aigner-ohne-profil/
 (DIR) [2] http://foursquare.com/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ben Schwan
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Klarnamen
 (DIR) Schwerpunkt Überwachung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Geodienst Foursquare zeigt Klarnamen: Weg mit den Initialien
       
       Foursquare ändert seine Datenschutzbedingungen. Zukünftig werden die vollen
       Namen der Nutzer erscheinen. Der Geodienst beruft sich dabei auf
       User-Kritik.
       
 (DIR) Ortsbasiertes Netzwerk Foursquare: Der nächste große Hype
       
       Der ortsbasierte Dienst Foursquare wächst – trotz umstrittenem Konzept.
       Rabatte und Spieltrieb sollen für das freiwillige Bekanntgeben des
       Aufenthaltsortes sorgen.
       
 (DIR) Geo-Daten: Twitter weiß, wo Du bist
       
       Ortsbasierte Dienste wie Foursquare finden immer mehr Nutzer - und nutzen
       Twitter als Vertriebsplattform. Nun hat Twitter seine eigene Geoerkennung
       gestartet.
       
 (DIR) Leere Wohnungen im Netz: Foursquare als Einbrecher-Werkzeug
       
       Mit ortsbasierten Diensten wie Foursquare kann man der Welt ständig
       berichten, wo man gerade ist. Die Website "PleaseRobMe" zeigt, welche
       negativen Folgen das haben kann.
       
 (DIR) Leichtes Orten per Handy: Ich weiß, wo du bist
       
       Angebote wie Google Latitude oder Foursquare senden die Positionen ihrer
       Mitglieder automatisch ins Netz. Das könnte bald zum ernsthaften
       Privatsphären-Problem werden.