# taz.de -- Kommentar Nahost-Friedensrunde: Absehbares Scheitern
> Zwischen Israel und Palästina gibt es nichts, das nicht bewältigt werden
> könnte. Wenn nur die Hardliner in den eigenen Reihen nicht wären.
Spontan möchte man sich freuen, dass Israelis und Palästinenser bald wieder
direkt miteinander verhandeln. Auch wenn der Weg dorthin voller Hindernisse
war und nicht leichter zu werden verspricht.
Es fängt damit an, dass die Palästinenser regelrecht an den
Verhandlungstisch gezwungen wurden. Ihre verständliche, von den USA und
Europa gestützte Forderung auf einen Siedlungsstopp ist nicht erfüllt
worden. Wenn einer von zwei Wettläufern hinkend an den Start geschickt
wird, kann von einem fairen Rennen keine Rede sein. Auch dann nicht, wenn
das wunde Bein von den besten Spezialisten verarztet wurde.
Die Palästinenser haben sich Rückendeckung geholt - von den USA und dem
Nahost-Quartett, von EU, UNO und Russland. Bis zum Sommer 2011 soll es
endlich den Staat geben. Gab es so etwas nicht schon einmal? Mehr als
einmal. Nicht ein einziger der Präsidenten, die seit Beginn der
nahöstlichen Friedensverhandlungen 1992 im Weißen Haus saßen, hat nicht
früher oder später einen vermeintlich unverrückbaren Termin für die
Gründung Palästinas bekannt gegeben.
Dabei sind Israelis und Palästinenser im Grunde gar nicht so weit
voneinander entfernt. Es geht um den Grenzverlauf und Gebietsaustausch, um
Regelungen für die Flüchtlinge, Wasser, die Kontrolle der Grenzen. Nichts,
worüber man sich nicht einigen könnte, wären da nicht die Radikalen, die
immer dann auf die Bremse treten, wenn eine Lösung näher rückt.
Netanjahu sind mit seiner jetzigen rechts-konservativen Koalition die Hände
gebunden und PLO-Chef Abbas verfügt noch nicht einmal mehr im
Westjordanland über klare Mehrheiten. Dazu kommt die Hamas im Gazastreifen,
die seelenruhig zusehen wird, wie ihre ärgsten Gegner eine neue
Verhandlungsrunde wieder in den Sand setzen.
20 Aug 2010
## AUTOREN
(DIR) Susanne Knaul
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