# taz.de -- Kommentar Multireligiöse Schule Osnabrück: Katholiken noch nicht reif
> Bei der Drei-Religionen Schule in Osnabrück zeigt die Katholische Kirche
> als Träger, wo der Hammer hängt. Ihr geht es weniger um das Erlernen von
> Toleranz als um den kleinsten gemeinsamen Nenner.
(IMG) Bild: Wie aber hältst du es mit Reli? Kringel drum ist schon mal gut
An "Feinheiten" sei die Mit-Trägerschaft der evangelischen Kirche an
Osnabrücks neuer Drei-Konfessionen-Schule gescheitert, sagt der Vorsitzende
der jüdischen Gemeinde. Das kann man auch anders sehen: Wenn die Katholiken
ein gemeinsames Leitbild für die Schule verhindern, so dass automatisch
jenes der - katholischen - Schulstiftung gilt, hat das mit Kooperation auf
Augenhöhe nicht viel zu tun. Mit dieser Geste machen die bisherigen
Betreiber der Johannisschule klar, wo auch künftig der Hammer hängt.
Regelrecht ad absurdum führt die Idee der multikonfessionellen Schule, dass
die Katholiken die Kinder für religiöse Feiern säuberlich trennen wollen -
getreu den überkommenen Dogmen, die auch einer echten Ökumene im Wege
stehen. Daraus spricht eben nicht die Idee, durch das gegenseitige
Kennenlernen Toleranz füreinander zu lernen, sondern höchstens der kleinste
gemeinsame Nenner: ein Schutzraum für Kinder religiöser Eltern in dieser
bösen, säkularen Welt. Die Drei-Konfessionen-Schule war ja auch keine
Liebesheirat, sondern eine pragmatische Reaktion der katholischen Schule
auf zurückgehende Schülerzahlen.
Die Katholiken sind offenbar noch nicht reif dafür, solch einen Schritt
auch inhaltlich nachzuvollziehen. Den Protestanten kann man nur vorwerfen,
dass sie die - offenbar weniger selbstbewusst auftretenden - Muslime und
Juden mit diesen Katholiken allein lassen.
18 Mar 2011
## AUTOREN
(DIR) Jan Kahlcke
(DIR) Jan Kahlcke
## TAGS
(DIR) Religionsunterricht
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