# taz.de -- Wahl in Polen: Tusks Partei bleibt stärkste Kraft
       
       > Es sieht gut aus für Donald Tusk. Nach aktuellem Stand kommt der
       > polnische Ministerpräsident auf 39 Prozent der Stimmen. Doch auch die
       > neue Protestpartei Ruch Palikota feiert Erfolge.
       
 (IMG) Bild: Im Überschwang des Wahlsieges herzt Donald Tusk seine Frau Malgorzata.
       
       WARSCHAU dpa | Bei der Parlamentswahl in Polen ist ein Wahlsieg der
       liberalkonservativen Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk
       sicher. Nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen liegt seine Partei nach
       Angaben der staatlichen Wahlkommission mit 39 Prozent klar in Führung und
       kann von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit von
       Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski nicht mehr eingeholt werden. Die
       erhielt 30 Prozent der Stimmen in den mehr als 16.500 bisher ausgezählten
       Wahlbezirken.
       
       Damit ist Tusk als erster polnischer Regierungschef seit dem Zusammenbruch
       des Kommunismus 1989 für eine zweite Amtszeit bestätigt. Hochrechnungen
       zufolge hätte Tusk eine Mehrheit im polnischen Sejm, wenn er die Koalition
       mit der Bauernpartei PSL fortsetzt, die nach letztem Stand 8,6 Prozent der
       Stimmen für sich verbuchen konnte. Das offizielle Wahlergebnis wird
       voraussichtlich am späten Dienstagabend bekanntgegeben.
       
       Interesse an einer Mitarbeit hat auch die Protestpartei Ruch Palikota
       angedeutet, die auf Anhieb drittstärkste Kraft im Parlament wurde. Die
       Bewegung des ehemaligen PO-Politikers Janusz Palikot will den Einfluss der
       Kirche im Staat zurückdrängen, setzt sich für die Homo-Ehe, freien Zugang
       zu Verhütungsmitteln und Legalisierung weicher Drogen ein.
       
       Der Erfolg der Gruppe, die ohne großes Budget und Fernsehwerbung den
       Wahlkampf mit bunten Happening-Aktionen prägte, wird als kleine Sensation
       gewertet. Ersten Auswertungen zufolge konnte sie vor allem junge Wähler und
       Anhänger der Linken von sich überzeugen. Für das Linksbündnis SLD hingegen
       war das Wahlergebnis von 8,2 Prozent eine große Enttäuschung.
       
       10 Oct 2011
       
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