# taz.de -- Umstrukturierung der Bundeswehr: Abfindung erhalten! Vorwärts! Marsch!
       
       > Verteidigungsminister de Maizière kündigt an, die Bundeswehr auf-, um-
       > und abzubauen. Er soll eine Reform sein, die "sich gewaschen hat" und
       > teuer wird.
       
 (IMG) Bild: Schluss mit Soldaten: Einige Bundeswehrkasernen werden komplett geschlossen.
       
       BERLIN taz | Eigentlich kann sich Verteidigungsminister Thomas de Maizière
       nicht beklagen, bisher schien noch jede Koalitionskrise am nüchternen
       CDU-Politiker vorbeizugehen. Doch zumindest in seinem Gigavorhaben, der
       Bundeswehrreform, beginnen jetzt die unangenehmen Wochen. Jetzt geht es um
       Standortschließungen, um Arbeitsplätze und wie viel alles kosten darf.
       
       Am Dienstag in Berlin begann der erste Teil. De Maizière erklärte, an
       welcher Stelle die Verkleinerung der Truppe von 220.000 auf insgesamt rund
       185.000 Soldaten personelle Konsequenzen haben wird.
       
       Zwar fallen durch die ausgesetzte Wehrpflicht und zeitlich befristete
       Verträge viele Stellen ohnehin weg. Jedoch betonte de Maizière gleich zu
       Anfang, dass es kein Weg sei, allein dadurch Stellen einzusparen, weil die
       Bundeswehr dann überaltere. "Es ist ein Dreiklang aus Aufbau, Umbau und
       Abbau", sagte der Minister, und ein "Einschnitt und eine Umstrukturierung,
       die sich gewaschen hat".
       
       ## Eine Milliarde Kosten
       
       Vom Abbau würden nach de Maizières Einschätzung demnach bis zum Jahr 2017
       rund 6.200 Berufssoldaten und 3.000 zivile Beamte betroffen sein. Für diese
       solle es Abfindungsregelungen geben, um den Ausstieg leichter möglich zu
       machen. So sollen etwa die bis 40-Jährigen 5.000 Euro pro abgeleistetem
       Jahr erhalten. Und je älter die Betroffenen, desto attraktiver werden auch
       die Angebote. "Ich habe ein Interesse an einem schnellen und sozial
       verträglichen Umbau", sagte de Maizière.
       
       Zugleich sollen damit hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
       gehalten werden. Er räumte ein, dass die Vorschläge noch die
       Ressortabstimmung vor sich hätten, und das Endergebnis damit noch nicht
       sicher sei. Die Kosten der Vorschläge beziffere sein Ministerium bis 2017
       auf rund eine Milliarde Euro, sagte der Verteidigungsminister.
       
       In der kommenden Woche will de Maizière schließlich die mit Spannung
       erwartete Frage beantworten, welche Kasernen im Rahmen der Reform
       geschlossen werden müssten. In diesem Fall geht es nicht nur um einige
       Arbeitsplätze, sondern um die gesamte Infrastruktur. Für die betroffenen
       meist dünn besiedelten Regionen ist ein harter Schnitt zu erwarten.
       
       18 Oct 2011
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gordon Repinski
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kürzungen bei Bundeswehrstandorten: Länder fordern Unterstützung
       
       31 von 400 Bundeswehrstandorten sollen wegfallen. Die Länder sehen den Bund
       in der Verantwortung, die Folgen abzufedern. Bundespräsident Gauck nennt
       Truppen „Friedensmotor“.
       
 (DIR) Reform der Bundeswehr: Jeder zehnte Standort schließt
       
       Von 400 Bundeswehrstandorten sollen 31 geschlossen und 33 verkleinert
       werden. Länder und Kommunen wollen Unterstützung vom Bund - um die Folgen
       zu lindern.
       
 (DIR) Bundeswehr in Afghanistan: Einsatz kostet 17 Milliarden Euro
       
       Zehn Jahre Einsatz in Afghanistan, drei Mal so hohe Kosten wie angenommen:
       Das Engagement der Bundeswehr am Hindukusch ist teurer als erwartet. Und
       bis 2014 folgen weitere Milliarden.
       
 (DIR) Kürzungen der Militärhaushalte: Alles Pulver verschossen
       
       Die Schuldenkrise zwingt die Nato-Staaten, die Militärhaushalte zu kürzen.
       Kooperationen werden notwendig. Und die Industrie? Die bangt um lukrative
       Aufträge.