# taz.de -- TV-Dokumentation aus dem Iran: Die Erotik des Brownie
       
       > Der WDR zeigt eine Dokumentation über Irans erste Olympionikin. Mit Humor
       > erträgt die Taekwondo-Kämpferin den skurrilen Trainingsalltag.
       
 (IMG) Bild: Sind Spiel, Spaß und Sport im Leben erwachsener iranischer Frauen nicht vorgesehen.
       
       Im Iran sind weibliche Sportwettkämpfe geschlossene Veranstaltungen ohne
       Kameras. Umso überraschter war Regisseurin Fatima Geza Abdollahyan, als sie
       2005 bei den "Women Muslim Games" in Teheran eine damals 17-jährige
       Taekwondo-Kämpferin kennen lernte.
       
       Diese Iranerin, Sara Khoshjamal-Fekri, wird 2008 in Peking zur ersten Frau
       aus dem Iran, die sich je für die Olympiade qualifizieren durfte. Sie
       musste dafür eine passende Sportart wählen - mit Schwimmen oder Thai Boxing
       wäre das nicht möglich gewesen. Die "Iranian Taekwondo Federation" erlaubt
       es aber, dass Frauen die bei Wettkämpfen gängigen Outfits tragen, denn die
       verstoßen nicht gegen den islamischen Dresscode.
       
       Die zarte und ruhige Sara ist fest davon überzeugt, dass sie eine
       Goldmedaille holen wird, und trainiert mit einem unerschütterlichen Eifer,
       geleitet von ihrer Freundin und Trainerin, Maryam Azarmehr.
       
       Mit Langmut und Humor ertragen sie dabei die Hürden, die ihnen im Weg
       stehen. Mal wird ihnen der Zutritt in die Trainingshalle verweigert, sie
       müssen sich anhören, als Frau an einem Wettkampf teilzunehmen sei
       Prostitution. Nah und ehrlich werden zwei Frauen gezeigt, die an die
       Grenzen eines repressiven Systems gehen. Lange verweilt die Kamera in ihrem
       Alltag - zu Hause beim Essenkochen, beim Reden übers Heiraten und dem Spiel
       mit der kleinen Schwester.
       
       ## Zwei Frauen und ihre Träume werden spürbar
       
       Die Filmemacherin Fatima Abdollahyan schafft es mit Feingefühl, diese zwei
       Frauen und ihre Träume für die Zuschauer spürbar zu machen - sie zeigt
       auch, mit welch innerer Ruhe und - ja - einer gewissen Leichtigkeit die
       beiden akzeptieren, in einer geschlossenen Welt zu leben.
       
       Dabei genießen sie eine Freiheit wie sonst keine Iranerin. Im Hotel in
       Peking beißt Sara das erste Mal in ihrem Leben in einen Brownie - mit fast
       erotischer Freude teilt sie ihn dann mit ihrer Trainerin. "Kick im Iran"
       ist eine anrührende Dokumentation über die Freundschaft.
       
       26 Jan 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anna Frenyo
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Reiseland Iran
 (DIR) Schwerpunkt Olympische Spiele 2024
       
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