# taz.de -- Machtkampf in der SPD: Etappensieg für Michael Müller
       
       > SPD Der Kreis Steglitz-Zehlendorf stimmt für den amtierenden SPD-Chef,
       > verweigert aber eine Mitgliederbefragung. Die ist nun endgültig vom
       > Tisch. Entscheidung in Mitte offen
       
 (IMG) Bild: Ziemlich schlechte Freunde: Michael Müller (l.) und Jan Stöß
       
       Der Berliner SPD-Vorsitzende Michael Müller ist seiner Wiederwahl im Juni
       ein Stück näher gekommen. Bei einer Kreisdelegiertenversammlung der Partei
       in Steglitz-Zehlendorf wurde er offiziell für eine weitere Amtszeit
       nominiert. Neben Müller sprach auch sein Herausforderer Jan Stöß vom linken
       Parteiflügel zu den Delegierten.
       
       Ganz so eindeutig, wie Müller es sich erhofft hatte, war das Ergebnis
       allerdings nicht - immerhin gilt Steglitz-Zehlendorf als "Müller-Land". 84
       Delegierte sprachen sich für den amtierenden Landeschef aus, Jan Stöß,
       Kreischef aus Friedrichshain-Kreuzberg, kam auf 40 Stimmen. "Das ist aber
       kein Spiegelbild für die Abstimmung der Delegierten aus Steglitz-Zehlendorf
       auf dem Parteitag am 9. Juni", sagte Kreisvorsitzender Michael Arndt der
       taz. "Ich gehe davon aus, dass 80 Prozent unserer Delegierten für Müller
       stimmen werden." Nach einer offiziellen Nominierung, so Arndt zur
       Begründung, seien die Delegierten gehalten, dieser zu folgen.
       
       Allerdings wird der Parteitag am 9. Juni im Neuköllner Hotel Estrel auch
       die einzige Chance für den Amtsinhaber bleiben. Spekulationen, auf Antrag
       von vier oder fünf Kreisverbänden könne doch noch eine Mitgliederbefragung
       abgehalten werden, erteilten die Genossen im Südwesten eine Absage. Auch
       Kreischef Arndt hatte sich gegen eine Beteiligung der Basis mit
       empfehlendem Charakter ausgesprochen. "Das Schlimmste wäre, wenn sich der
       Parteitag nicht an das Votum der Basis hielte. Das wäre dann Feierabend für
       die SPD", so Arndt.
       
       Nach Steglitz-Zehlendorf wird am Freitag in Charlottenburg-Wilmersdorf das
       nächste Schaulaufen der beiden Kontrahenten Müller und Stöß stattfinden.
       Auch der bürgerliche Bezirk im Westen gilt als Müller-Revier: Kreischef
       Christian Gaebler arbeitet als Staatssekretär in der Senatsverwaltung für
       Stadtentwicklung, die Michael Müller führt. Genau diese Einbindung in die
       Disziplin von Rot-Schwarz ist ein Argument seiner Gegner. Herausforderer
       Stöß verspricht, die Partei unabhängiger vom Senatshandeln zu machen.
       
       Mit Spannung wird dagegen das Votum der Genossen in Mitte am kommenden
       Samstag erwartet. Mit ihren 27 Delegierten ist die SPD dort das Zünglein an
       der Waage. Kreischef Boris Velter hat sich in der Cheffrage bislang
       zurückhaltend gezeigt. Michael Arndt aus Steglitz-Zehlendorf glaubt aber,
       dass Müller auch Mitte gewinnt: "Der schafft das."
       
       1 May 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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