# taz.de -- Atomgegner stoppen Urantransport: Vertäutes Gefahrengut
       
       > Aktivisten haben am Montag bei Münster einen Atomtransport aufgehalten.
       > Der Zug kam aus der Urananreicherungsanlage in Gronau und war Richtung
       > Frankreich unterwegs.
       
 (IMG) Bild: Der in Altenberge bei Münster von Aktivisten gestoppte Atomtransport enthielt 36 Behälter mit Uranhexafluorid aus Gronau.
       
       MÜNSTER dpa | Atomgegner haben am Montag bei Münster einen Zug mit
       radioaktivem Material vorübergehend gestoppt. Sechs Aktivisten hätten über
       der Regionalbahnstrecke Gronau-Steinfurt-Münster Taue zwischen Bäumen
       aufgespannt und sich abgeseilt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der
       Transport sei von der Urananreicherungsanlage in Gronau gekommen und auf
       dem Weg nach Frankreich.
       
       Der Zug musste wegen der Blockade im Bahnhof Altenberge stehenbleiben. „Der
       Gefahrgut-Transport konnte dort nicht weiterfahren, ohne die Aktivisten zu
       verletzen“, sagte der Behördensprecher. Nach Angaben der Polizei in Münster
       wurden die sechs Aktivisten am Abend aus den Seilen geholt.
       
       Dazu setzte die Bahn einen Hubwagen ein. Die Atomtransportgegner hätten
       keinen Widerstand geleistet, teilte die Polizei mit. Sie stellte die
       Personalien fest. Ob eine Straftat vorliege, müsse nun die
       Staatsanwaltschaft klären. Der Betreiberfirma Urenco zufolge haben die neun
       Waggons 36 Behälter mit Uranhexafluorid geladen. Das Material wird bei der
       Anreicherung von Uran benutzt.
       
       Die Demonstranten kritisieren, dass derartige Gefahrgutzüge ungesichert
       durch große deutsche Bahnhöfe wie Münster rollen. Atomaktivisten der
       Umgebung solidarisierten sich mit dem Protest und forderten die sofortige
       Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. „Wer aus der Atomenergie
       aussteigen will, darf nicht weiter den Uranbrennstoff in alle Welt
       exportieren“, hieß es in einer Mitteilung.
       
       8 May 2012
       
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