# taz.de -- Kongo-Kriegsverbrecherprozess: Vergewaltigt, versklavt, getötet
       
       > Tötung, Vergewaltigung... Was die Bundesanwaltschaft genau den
       > ruandischen Hutu-Milizenführern Murwanashyaka und Musoni vorwirft.
       
 (IMG) Bild: Ihm wird die Anklage wohl bekannt sein: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Straton Musoni
       
       BERLIN taz | Den beiden Angeklagten werden Taten der FDLR im Kongo zur Last
       gelegt: Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 26 Fällen und
       Kriegsverbrechen in 39 Fällen. Diese fanden laut der zu Prozessbeginn am 4.
       Mai 2011 verlesenen Anklage „im Rahmen eines ausgedehnten oder
       systematischen Angriffs gegen eine Zivilbevölkerung“ und „im Zusammenhang
       mit einem nicht internationalen bewaffneten Konflikt“ statt. Die beiden
       Angeklagten hätten es „als militärische Befehlshaber unterlassen, ihre
       Untergebenen daran zu hindern“.
       
       Dazu gehören 214 Tötungen in zehn Fällen, 15 Vergewaltigungen, davon drei
       mit Todesfolge und fünf mit Versklavung, weiter „schwere körperliche und
       seelische Schäden“, Freiheitsberaubung, Einsatz als Schutzschild,
       Zerstörung, Plünderung, Geiselnahme und zehn Rekrutierungen von Kindern
       unter 15 Jahren.
       
       Weiter seien die Angeklagten „Mitglied einer Vereinigung im Ausland, deren
       Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Verbrechen gegen die
       Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu begehen, gewesen“.
       
       Im Einzelnen werden Verbrechen in einer Reihe von Dörfern aufgeführt,
       begangen vor allem zwischen Februar und Juli 2009: von Kipopo (13. 2. 2009,
       17 Tote) über Mianga (12. 4. 2009, 45 Tote) und Busurungi (10. 5. 2009, 96
       Tote, 700 niedergebrannte Häuser) bis Manje (21. 7. 2009, 19 Tote). „Obwohl
       sie aufgrund ihrer uneingeschränkten Autorität ohne Weiteres dazu in der
       Lage gewesen wären, ergriffen die Angeschuldigten keinerlei nachhaltige
       Maßnahmen oder Anordnungen, um diese Taten ihrer Untergebenen zu
       verhindern“, so die Anklage.
       
       19 Aug 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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