# taz.de -- Kommentar US-Verschuldung: Kreislauf der Verelendung
       
       > Nicht nur in den USA wachsen die Schulden. Reichensteuer und
       > Finanzmarktregulierung scheinen der einzige Ausweg aus der Misere zu
       > sein.
       
 (IMG) Bild: Bitteres Spiegelbild: Unbegrenzte Möglichkeiten ziehen auch unbegrenzte Verbindlichkeiten nach sich.
       
       Schulden, wohin man blickt. Einmal mehr sind die USA daran gescheitert,
       einen Plan zur Schuldenreduzierung aufzustellen. Auch die Europäer finden
       keinen Ausweg aus ihrer Schuldenkrise. Am anderen Ende des Globus hat Japan
       Rekordschulden angehäuft. Etwas läuft schrecklich schief, und zwar in fast
       allen Industrieländern.
       
       Die New York Times hat in ihrer Analyse des faulen Neujahrskompromisses in
       den USA die wesentlichen Probleme benannt: viel zu großzügiger Umgang mit
       den Reichen, viel zu geringe Steuereinnahmen, um den Bedarf an öffentlichen
       Investitionen zu decken. Die Diagnose besitzt nicht nur für die USA
       Gültigkeit. Auch hierzulande verrottet die öffentliche Infrastruktur, an
       Bildung wird gespart, an sozialem Schutz ebenso, Kommunen stehen vor dem
       Kollaps. Dafür haben Großverdiener und Konzerne so niedrige Steuersätze wie
       noch nie seit dem letzten Weltkrieg.
       
       Nur leider geht trotz aller Beschwörungen, etwa der US-Republikaner, die
       Rechnung nicht auf, die Kapitalbesitzer würden zum Dank dafür investieren
       und Arbeitsplätze schaffen. Investiert wird allenfalls in den Finanzsektor,
       wo dann in regelmäßigen Abständen Spekulationsblasen platzen und
       Finanzkrisen ausbrechen. Was dann wieder wegen der nötigen
       Bankenrettungspakete die Staatsschulden in die Höhe treibt. Ein
       fiskalischer Verelendungskreislauf.
       
       Der Ausweg aus der Misere ist eigentlich offensichtlich: höhere Steuern für
       Vermögende und Unternehmen etwa und eine scharfe Regulierung des
       Finanzsektors. Nur macht die Interessenpolitik beiderseits des Atlantiks
       diese Lösung nicht sehr wahrscheinlich. Das zeigten nun auch die
       Verhandlungen in Washington allzu deutlich. Die wahrscheinliche
       Alternative? Das Problem wird vertagt. Bis zur nächsten Krise.
       
       2 Jan 2013
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nicola Liebert
       
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