# taz.de -- Bericht zu Ferguson: Rassistische Polizei, keine Anklage
       
       > US-Justizminister Holder wirft der Polizei rassistische Diskriminierung
       > vor. Der Tod des Jugendlichen Michael Brown kommt trotzdem nicht vor ein
       > Bundesgericht.
       
 (IMG) Bild: Justizminister Holder beklagt den Rassismus der Polizei in Ferguson
       
       WASHINGTON dpa | Mit ungewöhnlicher Schärfe hat US-Justizminister Eric
       Holder der Polizei von Ferguson weit verbreitete rassistische
       Diskriminierung von Afro-Amerikanern vorgeworfen. Polizisten gingen häufig
       mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Schwarze vor, hielten diese ohne
       ersichtlichen Grund an und verfolgten sie wegen Bagatelldelikten.
       
       Außerdem würden Schwarze besonders übermäßig häufig mit Geldstrafen belegt
       – mit dem Ziel, die Kassen der Stadt aufzufüllen. Holder sprach von einer
       „schwer vergifteten Atmosphäre“ in der Stadt.
       
       In Ferguson im Bundesstaat Missouri war im Sommer 2014 der unbewaffnete
       schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen
       worden. Der Tod hatte schwere Proteste ausgelöst.
       
       Allerdings entschied das Justizministerium am Mittwoch zugleich, dass der
       Todesschütze auch von den Bundesbehörden nicht angeklagt wird. Es gebe
       keine Beweise, dass der Beamte gesetzeswidrig gehandelt habe.
       
       Der Polizist Darren Wilson hatte behauptet, er habe um sein Leben
       gefürchtet und deshalb zur Waffe gegriffen. Bereits Ende des Jahres hatte
       eine Geschworenenjury in Ferguson eine Anklage abgelehnt – und damit
       erneute Proteste ausgelöst.
       
       ## Häufige Geldstrafen
       
       Das Verhältnis der Polizei zu den Menschen in Ferguson sei „von tiefem
       Misstrauen und Feindschaft“ geprägt, sagte Holder zu einem Bericht seiner
       Behörde. So seien etwa Schwarze von 93 Prozent der Festnahmen betroffen
       sowie von 85 Prozent der Straßenkontrollen - dabei sind lediglich 67
       Prozent Afro-Amerikaner in der Stadt.
       
       Besonders brandmarkte der Minister die häufigen Geldstrafen gegen Schwarze.
       So habe etwa eine Frau im Jahr 2006 zwei Strafzettel in Gesamthöhe von 152
       Dollar wegen Falschparkens bekommen. „Bis heute hat sie an die Stadt
       Ferguson 550 Dollar an Strafen und Gebühren bezahlt. Sie wurde zweimal
       wegen unbezahlter Strafzettel festgenommen und verbrachte sechs Tage im
       Gefängnis. Trotzdem schuldet sie Ferguson auf unerklärliche Weise noch 541
       Dollar.“ Und ihre Geschichte sei nur eine von vielen ganz ähnlicher
       Geschichten, fügte Holder hinzu.
       
       5 Mar 2015
       
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