# taz.de -- Islamisten aus Deutschland: „Vom IS verheizt“
       
       > Immer mehr deutsche Dschihadisten sterben in Syrien und im Irak: Vor
       > einem Jahr waren es 20, jetzt sind es bereits 75. Auch die Zahl der
       > Ausreisen ins Kriegsgebiet steigt.
       
 (IMG) Bild: Teilnehmer einer Islamisten-Demonstration in Frankfurt
       
       BERLIN dpa | Die Zahl der Islamisten aus Deutschland, die in Syrien und im
       Irak ums Leben gekommen sind, ist erneut gestiegen. „Wir haben Hinweise,
       dass bereits 75 aus Deutschland ausgereiste Dschihadisten dort umgekommen
       sind“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen am Freitag der
       Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Vor einem Jahr seien es noch rund 20
       gewesen. Der Anstieg sei bemerkenswert. „Das zeigt die brutale Realität des
       sogenannten ,Islamischen Staates` (IS)“, sagte Maaßen. „Deutsche
       Dschihadisten werden von der Terrorgruppe IS regelrecht verheizt.“
       
       Der Verfassungsschutzchef betonte: „Anders als früher in Waziristan wird
       der einzelne Tote auch nicht mehr unbedingt als ,Märtyrer` gefeiert,
       sondern ist nur noch Teil einer namenlosen Kriegsmasse.“ Waziristan ist
       eine Bergregion im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan - und ein
       früheres Ziel von gewaltbereiten Islamisten aus Deutschland.
       
       Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz und des
       Bundeskriminalamts sind seit Beginn der Kämpfe in Syrien 2011 insgesamt
       mindestens 650 Islamisten aus Deutschland in das Krisengebiet ausgereist.
       Gerade in den vergangenen Monaten - mit dem Vormarsch der IS-Miliz im Irak
       - hatte sich die Entwicklung sehr beschleunigt. Ende 2013 hatte der
       Verfassungsschutz noch etwa 240 Ausgereiste gezählt. Ende 2014 waren es
       schon mehr als 550.
       
       Inzwischen seien es schon wieder etwa 50 Ausreisen mehr als noch Mitte
       Januar, sagte Maaßen. „Der Strom der Ausreisen in Richtung Syrien und Irak
       hält auch 2015 ungebremst an.“
       
       Etwa ein Drittel der Ausgereisten sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden
       inzwischen wieder in Deutschland. Zu etwa 40 der Rückkehrer liegen
       Erkenntnisse vor, dass sie aktiv an Kämpfen in Syrien und im Irak beteiligt
       waren.
       
       Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Donnerstagabend in
       der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ mit Blick auf die gestiegenen
       Ausreisezahlen, Deutschland verzeichne damit einen ähnlichen Trend wie etwa
       Frankreich und Belgien. Lediglich in Großbritannien gehe die Zahl derer,
       die sich dem Dschihad anschließen, etwas zurück.
       
       6 Mar 2015
       
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