# taz.de -- Reis-Subvention in Thailand: Yingluck angeklagt
       
       > Die Regierung der früheren Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hatte
       > Reisbauern den doppelten Marktpreis für ihre Ernte gezahlt. Jetzt muss
       > sie vor Gericht.
       
 (IMG) Bild: Yingluck ist die Schwester des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra.
       
       BANGKOK afp | Die frühere thailändische Ministerpräsidentin Yingluck
       Shinawatra muss wegen einer verfehlten Reis-Subvention vor Gericht. Der
       Regierungschefin, die vergangenen Mai durch einen Militärputsch gestürzt
       worden war, drohen zehn Jahre Haft wegen Nachlässigkeit, teilte das Oberste
       Gericht in Bangkok am Donnerstag mit.
       
       Die Richter hätten entschieden, dass der Fall in ihre Gerichtsbarkeit
       falle, erklärte der Richter Veeraphol Tangsuwan. Die erste Sitzung werde am
       19. Mai stattfinden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Februar in dem Fall
       eine Anklageschrift gegen Yingluck eingereicht.
       
       Yinglucks Regierung hatte Reisbauern den doppelten Marktpreis für ihre
       Ernte gezahlt. Die hochumstrittene Subvention kam vor allem der
       Stammwählerschaft der Regierungspartei zugute. Die Subvention kostete den
       Staat Milliarden Euro und führte zu heftigen Protesten, die letztlich die
       Regierung zu Fall brachten und zum Militärputsch im Mai führten.
       
       Erst vor zwei Wochen enthob eine vom Militär ernannte Versammlung Yingluck
       rückwirkend ihres Amtes. Sie wurde damit automatisch für fünf Jahre von der
       Politik ausgeschlossen. Eine Verurteilung könnte ihren dauerhaften
       Ausschluss bewirken.
       
       Yingluck ist die jüngere Schwester des früheren Ministerpräsidenten Thaksin
       Shinawatra, der seit seinem Sturz durch das Militär 2006 im Exil lebt, aber
       weiterhin großen Einfluss in Thailand hat. Die Militärjunta will 2016
       Neuwahlen halten, sobald Reformen zum Kampf gegen die Korruption und zur
       Beschneidung der Macht der Parteien in einer neuen Verfassung verankert
       sind.
       
       19 Mar 2015
       
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