# taz.de -- Zoff um Asyl für Snowden in Deutschland: USA streiten Einflussnahme ab
       
       > Keine Geheimdienstinfos mehr, falls Snowden Asyl erhält: Damit hätten die
       > USA gedroht, will Glenn Greenwald vom SPD-Chef erfahren haben. Die
       > US-Regierung dementiert.
       
 (IMG) Bild: Gab hier „Whistleblower“ Gabriel (r.) seine Informationen an Glenn Greenwald weiter? Der SPD-Chef und der Enthüllungsjournalist in Homburg.
       
       BERLIN afp | Die USA haben den Vorwurf zurückgewiesen, sie hätten
       Deutschland in der Snowden-Affäre mit einem Abbruch des geheimdienstlichen
       Austauschs gedroht. US-Regierungskreise bezeichneten dies nach einem
       Bericht in der Online-Ausgabe der Tageszeitung Die Welt als „haltlos“. Die
       Fähigkeit, terroristische und andere Bedrohungen zusammen mit Deutschland
       zu bekämpfen, solle nicht reduziert werden.
       
       Der US-Journalist und Vertraute des ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiters
       Snowden, Glenn Greenwald, hatte auf der Enthüllungsplattform [1][The
       Intercept] von einer Begegnung mit Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD)
       berichtet: Dieser habe ihm am Rande einer Veranstaltung in Homburg gesagt,
       die USA hätten „aggressiv“ mit einem Stopp des Austauschs auf
       Geheimdienstebene gedroht, falls Deutschland dem US-Informanten Asyl
       gewähren sollte.
       
       Gabriel dementierte laut Welt die Darstellung des Gesprächs nicht. Auf
       Anfrage erklärte demnach eine SPD-Sprecherin lediglich, Gabriel habe im
       Laufe der öffentlichen Veranstaltung darauf hingewiesen, dass es keine
       „juristische Grundlage“ dafür gebe, Snowden in Deutschland Asyl zu
       gewähren. Alle weiteren Spekulationen erübrigten sich damit. Die
       Bundesregierung hatte die Ablehnung eines Asyls für Snowden damit
       begründet, dass er an die USA ausgeliefert werden müsste, sollte er
       deutschen Boden betreten.
       
       Der Vize-Sprecher des National Security Council von US-Präsident Barack
       Obama, Edward Price, wies in der Welt zurück, dass auf Deutschland Druck
       ausgeübt wurde. „Wir haben unseren internationalen Partnern das gesagt, was
       wir auch öffentlich erklärt haben.“ Snowden solle so rasch wie möglich an
       die USA ausgeliefert werden, wo ihn ein ordentliches Gerichtsverfahren
       erwarte.
       
       ## Grüne fordern Aufklärung
       
       Die Grünen im Bundestag haben dem Bericht zufolge in der Sache die
       Bundesregierung um Aufklärung gebeten. In den kommenden Tagen solle das
       Kanzleramt erklären, ob die USA tatsächlich mit einem Ende der Weitergabe
       von Geheimdienstinformationen gedroht hätten.
       
       Snowden hatte vor anderthalb Jahren eine Reihe von Dokumenten
       veröffentlicht, die zeigen, dass die internationale Internet- und
       Telefonkommunikation von Millionen Bürgern – auch von ranghohen Politikern
       – systematisch vom US-Geheimdienst NSA und seinen Verbündeten gesammelt,
       analysiert und abgehört wurde. Die Enthüllungen, die bis heute anhalten,
       sorgten weltweit für Empörung.
       
       22 Mar 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://firstlook.org/theintercept/2015/03/19/us-threatened-germany-snowden-vice-chancellor-says/
       
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