# taz.de -- Juristische Schritte gegen Greenpeace: Shell will mehr Abstand
       
       > Greenpeace protestiert spektakulär gegen Ölbohrungen in der Arktis. Shell
       > will die Aktionen per Verwaltungsgerichtsbeschluss verhindern.
       
 (IMG) Bild: Solche Aktionen will Shell verhindern oder zumindest sehr teuer machen (Port Angeles, April 2015).
       
       ANCHORAGE ap | Der Mineralölkonzern Shell versucht, [1][Protestaktionen der
       Umweltschutzorganisation Greenpeace] juristisch auszubremsen. Die Firma
       beantragte vor einem Bezirksgericht in Alaska, eine Schutzzone von 1000
       Metern um seine Schiffe und von 1500 Metern um Bohrinseln zu errichten. Das
       solle [2][Greenpeace-Aktivisten daran hindern], sich selbst und
       Shell-Mitarbeiter in Gefahr zu bringen, argumentierten Anwälte des Ölmultis
       am Dienstag (Ortszeit). Greenpeace hielt dagegen, Shell wolle die Rechte
       der Küstenwache und die Redefreiheit einschränken.
       
       Shell möchte im Sommer im Tschuktschenmeer vor Alaska mit Probebohrungen
       nach Öl suchen. [3][Greenpeace und andere Umweltgruppen lehnen das ab, weil
       sie Schäden für die Umwelt befürchten]. Diese werde in der Nordpolregion
       durch den fortschreitenden Klimawandel ohnehin schon stark in
       Mitleidenschaft gezogen.
       
       Shell verlangt, dass das Gericht eine einstweilige Verfügung erlässt. Dann
       könnte der Konzern Greenpeace vor Zivil- und nicht vor Strafgerichten
       verklagen. Shell-Anwalt Jeffery Leppo sagte, so solle etwa gegen Aktivisten
       vorgegangen werden, die versuchen, Schiffe oder Plattformen der Firma zu
       besetzen. Greenpeace-Leute waren im April auf eine Bohrinsel geklettert,
       die Shell im Sommer im Nordpolarmeer einsetzen möchte. Leppo sagte, Shell
       habe bereits knapp 6,4 Milliarden Euro für das Projekt ausgegeben.
       
       ## Bewusster Verstoß
       
       Greenpeace-Anwalt Matthew Pawa argumentierte, Shell habe nicht dargelegt,
       warum eine größere Sicherheitszone überhaupt nötig sei. Eine Vergrößerung
       der von der Küstenwache geschützten Zonen von derzeit 500 Metern beschneide
       das Recht der Umweltschützer auf Redefreiheit.
       
       Die Kampagnenleiterin der Organisation, Mary Sweeters, erläuterte,
       Greenpeace mache auf seine Ziele aufmerksam, indem es bewusst gegen Regeln
       und Gesetze verstoße und Bilder solcher Aktionen über das Internet
       verbreite. Das sei sehr wirkungsvoll, doch wenn Shell mit seinem Antrag
       Erfolg habe, werde es kaum noch funktionieren. "Es würde unsere Arbeit sehr
       schwierig machen, wahrscheinlich fast unmöglich", sagte sie.
       
       Richterin Sharon Gleason kündigte eine Entscheidung binnen einer Woche an.
       
       29 Apr 2015
       
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