# taz.de -- taz startet in den Klima-Wandel: Klimakrise muss auf alle Kanäle
> Die Klimakrise braucht jetzt volle mediale Aufmerksamkeit. Dafür bündelt
> die taz ihre Kräfte und setzt auf neue Formate und Köpfe
(IMG) Bild: Erst Australien, bald die ganze Welt?
Von [1][BARBARA JUNGE]
Stell Dir vor Australien brennt … Ist damit nicht schon alles gesagt? Die
Erderhitzung, die sprachlich bisher so harmlos als Erderwärmung daherkam,
ist [2][plötzlich richtig sichtbar] geworden. Beim Betrachten der jüngsten
Bilder hat viele Menschen eine fassungslose Hilflosigkeit erfasst. Wer will
hier noch von „Klimawandel“ sprechen, der in Wahrheit eine Klimakrise ist?
Auch für ein Medienhaus wie die taz markiert der Jahreswechsel 2019/2020
einen Einschnitt. Wir sprechen von der Klimakrise, um zu benennen was ist.
Und wir gehen selbst in eine Klima-Offensive.
Ein großer Teil der Menschheit weiß, dass die fossile Gesellschaft unsere
Lebensgrundlage zerstört. In ungeheurem Tempo, nicht erst in ferner
Zukunft. Es müsste nichts logischer sein, als dass die Menschheit
Notfallpläne entwickelt, sofort radikal umsteuert. Nur passiert das nicht.
2019 kam da wie ein Aufbruch. [3][Fridays for Future] hat die Klimakrise
weltweit zum Thema, in Deutschland zum Kernthema politischer Debatten
gemacht. Das Time Magazine wählte Greta Thunberg zur Person des Jahres. Und
im Frühjahr waren Millionen beim ersten weltweiten Klimastreik auf den
Straßen.
## Andere Themen verdrängen die Klimakrise
Und jetzt, 2020 nach einem Jahr der Bewegung? Auf Dauer lässt sich so ein
Mobilisierungsniveau nicht halten. Kinder müssen irgendwann auch wieder zur
Schule. Andere Themen verdrängen die Klimakrise aus den Debatten.
Ist die taz deshalb gut beraten, dem Thema auch weiter wie 2019 einen so
großen, einen überproportional großen Raum zu geben? Ja. Nur weil die
Bewegung schwächer zu werden scheint, ist die Klimakrise ja noch nicht weg.
Die Menschheit befüllt fleißig den globalen Ofen. Die Erde erhitzt sich
weiter.
Deshalb wird die taz, die mit ihrer Klima- und generell mit ihrer
Umweltberichterstattung schon eine Ausnahmestellung unter den großen
Zeitungen hat, die Klimakrise 2020 auf allen Kanälen stark und noch stärker
spielen. Und wir richten ein neues Projekt ein, unseren Klima-Hub.
## Sechs Säulen der taz Klima-Offensive
Die Kolleg.innen in diesem Ideenlabor wollen digitale publizistische
Formen und Formate entwickeln, mit denen die taz junge Umweltaktivist.innen
und überhaupt jüngere Leute mit unserer Klimaexpertise erreicht Das ist
allerdings keine 1-Punkt-Strategie. Das ganze Haus trägt auf verschiedenen
Ebenen zur Klima-Offensive bei. Sie ruht auf den folgenden sechs Säulen:
Der Klima-Hub, ein Projektteam, bestehend aus Juliane Fiegler, Leonie
Sontheimer und Céline Weimar-Dittmar, soll mit Social-Media-Inhalten die
jüngeren Klimabewussten und Klimaaktiven erreichen. Dabei geht es um eine
für alle verständliche Aufbereitung der Berichterstattung, um den Kontakt
zu Umweltaktivist.innen und generell um viel [4][Instagram] und Video.
Die [5][Produktentwicklung der taz im Netz] verordnet sich 2020 die
Klimakrise ebenfalls als Fokus. Das Ziel wird hier sein, die Sichtbarkeit
der Klimaberichterstattung auf taz.de zu erhöhen und ein attraktives Format
für Schwerpunkte zu entwickeln. Wenn Leser.innen über einzelne Artikel auf
die Seite der taz kommen, sollen sie die Chance haben zu sehen, dass wir
noch viel mehr dazu im Angebot haben.
## Redaktion, Verlag, Marketing – alle engagieren sich
Das [6][Ressort Wirtschaft und Umwelt], die Leute, die mit Preisen für ihre
Klimaberichterstattung überhäuft werden, arbeitet an der Sichtbarkeit des
Themas in der taz gedruckt wie digital. In Vorbereitung sind eine
wöchentliche Seite und ein prominenter Platz auf der Startseite der taz für
das Thema. Die Kolleg.innen legen ihren Fokus insbesondere auf die Bewegung
und auf die globale Dimension der Klimakrise.
Verlag und Marketing engagieren sich selbstverständlich genauso in der
Klima-Offensive. Ein Testabo der taz ist beispielsweise [7][mit einer
Spende für Klimafolgen-Projekte in Afrika verknüpft]. Die [8][taz
Bewegung], unsere Plattform für soziale Bewegungen, konzentriert sich im
Kontext der Offensive auf Protest für bessere Klimapolitik und Widerstand
gegen Klimaleugnung. Die Imagekampagne, die den digitalen Wandel der taz
begleiten wird, hat Klima zum Thema.
Schon vorgelegt hat die Geschäftsführung, die das Ganze zusammen mit der
Redaktion finanziert, außerdem mit dem taz Neubau. Der kommt fast
vollständig ohne konventionelle Klimaanlagen aus. Und oben im sechsten
Stock sitzt ein Geschäftsführer, der die CO2-Bilanzen aller Angebote prüft.
Welche Strategie für den Weg zur CO2-Neutralität am Ende dabei rauskommt,
werden wir sehen.
## Klima war schon immer ein taz-Thema
Weil wir den gesellschaftlichen Klima-Wandel nur erreichen, wenn alle
gesellschaftlichen Gruppen einbezogen werden, widmet die [9][taz Panter
Stiftung] ihr Workshop-Konzept der Klimakrise. Schon zum letzten Workshop
hat die Stiftung neben jungen Leuten, die sich für Journalismus
interessieren, auch Aktivist.innen von Fridays for Future und Auszubildende
aus einem Energieunternehmen eingeladen. Darüber hinaus verleiht die taz
Panter Stiftung [10][den Engagementpreis der taz], den taz Panter Preis,
2020 für besonders herausragende klimaaktivistische Arbeit.
Das Unwort des Jahres 2019 ist „Klimahysterie“. Geschenkt. Die taz hat
schon Klima gemacht, als andere Medien noch treue Wachstumsapologeten
waren. Wir werden das Thema auch jetzt machen, weil die Klimakrise nichts
ist, was von Trends, Konjunkturen und Tagespolitik abhängt. Und weil sich
die taz gerade mitten im digitalen Wandel befindet, soll die
Klima-Offensive diesen Wandel mitprägen. Sie wird auf allen Plattformen und
Kanälen laufen.
An der Stelle könnte ich mit Blick auf das Unwort des Jahres noch ganz
besonnen versichern, dass die taz bei alldem aber auch nicht aufgeregt auf
die Klimakrise reagiert. Ich bin nur nicht sicher, ob das die richtige
Antwort wäre.
Barbara Junge ist zusammen mit Ulrike Winkelmann Chefredakteurin der taz.
20 Jan 2020
## LINKS
(DIR) [1] /!s=&Autor=Barbara+Junge/
(DIR) [2] /Unkontrollierte-Buschfeuer-in-Australien/!5653527/
(DIR) [3] /Schwerpunkt-Fridays-For-Future/!t5571786/
(DIR) [4] http://www.instagram.com/taz.die_tageszeitung/
(DIR) [5] http://blogs.taz.de/taz-baut-um/
(DIR) [6] /Oeko/Oekologie/!p4624/
(DIR) [7] /Wo-das-taz-Klimaabo-spendet/!171418/
(DIR) [8] /Bewegung/!p4715/
(DIR) [9] /Panter-Stiftung/!p4258/
(DIR) [10] /Panter-Preis/!p4207/
## AUTOREN
(DIR) Barbara Junge
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