# taz.de -- Wahlkampagne der SPD in Berlin: Alles Giffey oder was?
       
       > Die SPD setzt in ihrer Wahlwerbung – wenig überraschend – voll auf ihre
       > Spitzenkandidatin. Ab Sonntag darf plakatiert werden.
       
 (IMG) Bild: Sie, er und sie: Franziska Giffey am Freitag vor einem ihrer Wahlplakate
       
       Berlin taz | Glaubt man Franziska Giffey, dann versteht sie sich so
       ziemlich mit allen Menschen gut. „Wir haben uns gut unterhalten“, sagt die
       Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl über jedes zweite
       SPD-Plakat, das sie am Freitag vorstellt und das jeweils sie und eine
       weitere Person im Dialog zeigt – einen Kneipier, ein Schulkind oder auch
       einfach einen Passanten. Dennoch geht es darauf vor allem um Giffey. Kein
       Wunder, gilt sie doch als die bekannteste aller Spitzenkandidat*innen.
       
       Die SPD hat als letzte der relevanten Parteien in der Konkurrenz um den
       Wahlausgang am 26. September ihre Kampagne präsentiert. Ab Sonntag darf die
       Wahlwerbung dann aufgestellt oder -gehängt werden. Angesichts [1][von vier
       Abstimmungen an diesem Tag] in Berlin – Bundestags-, Abgeordnetenhaus- und
       Bezirkswahl sowie der Enteigungs-Volksentscheid – dürfte es eng werden an
       den Laternen.
       
       Seit 20 Jahren stellt die SPD den Regierenden Bürgermeister in Berlin; auf
       Klaus Wowereit folgte Michael Müller, den es nun in den Bundestag zieht.
       Bereits 2020 hat die Partei die damalige Bundesfamilienministerin Franziska
       Giffey als Kandidatin gekürt. Ihr Amt hatte sie zwischenzeitlich wegen der
       Affäre um Plagiate in ihrer Dissertation aufgeben. Deswegen kann sie sich –
       mit „all ihrer Kraft, ihrem Herz und ihrer Liebe“, wie sie am Freitag sagt
       – auf den Wahlkampf konzentrieren.
       
       Ihre SPD setzt bei den am Freitag vorgestellten Großplakaten vor allem auf
       ur-sozialdemokratische Themen, zum Beispiel gute Arbeit, Bildung und
       Wohnungsmarkt, und wildert nur ein bisschen im [2][Kernbereich anderer
       Parteien]. Etwa, wenn sich Giffey mit einer Mitarbeiterin eines Clubs zeigt
       und um mehr Gäste für die Partyszene wirbt, die ein „Schatz für diese
       Stadt“ sei, vergleichbar mit dem Louvre in Paris.
       
       ## Mehr U-Bahnen, mehr Neubau
       
       Oder wenn sie sich vor der U-Bahn ablichten lässt, deren Ausbau Giffey
       zuletzt genauso vehement einforderte wie den Neubau von Wohnungen, der zur
       „Chefinnensache“ werden soll. 200.000 sollen bis 2030 entstehen, verspricht
       die Kandidatin, gemeinsam mit den landeseigenen Gesellschaften, aber auch
       privaten Investoren.
       
       Raed Saleh, der mit Giffey der Berliner SPD vorsitzt, sieht die Partei auf
       gutem Weg, das Rote Rathaus zu verteidigen. Die Umfragewerte seien, nachdem
       sie „ganz lange Zeit bei 14 bis 15 Prozent“ gelegen hätten, „solide
       gestiegen“. „Die Stimmung wird besser“, sagte Saleh. „Wir haben Bock auf
       diesen Wahlkampf.“
       
       6 Aug 2021
       
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