# taz.de -- Verteidigungsstrategie der USA: China gilt als größte Bedrohung
       
       > Russland könne trotz seiner Atomwaffen die USA nicht ernsthaft
       > herausfordern – anders als China. Ein Konflikt sei weder zwingend noch
       > wünschenswert.
       
 (IMG) Bild: Verteidigungsminister Lloyd Austin stellt die Verteidigungsstrategie des Pentagon vor
       
       Washington ap | Die USA betrachten China als ihre größte Herausforderung
       trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. In der am Donnerstag in
       Washington vorgelegten neuen Verteidigungsstrategie erklärt das Pentagon,
       dass die Bedrohung durch China entscheidend dafür sei, wie die Streitkräfte
       ausgerüstet und für die Zukunft geformt würden.
       
       Ein Konflikt mit China sei „weder zwangsläufig noch wünschenswert“, heißt
       es in dem Dokument, das Bestrebungen beschriebt, Pekings „Dominanz von
       Schlüsselregionen“ zu verhindern. Das ist als eine Referenz auf den Ausbau
       chinesischer Militärpräsenz im Südchinesischen Meer und zunehmenden Druck
       Pekings auf Taiwan zu verstehen. China arbeite darauf hin, amerikanische
       Bündnisse im indopazifischen Raum zu untergraben und seine wachsende
       Militärmacht dazu einzusetzen, Nachbarn zu bedrohen und ihnen seinen Willen
       aufzuzwingen.
       
       Der russische Angriffskrieg in der Ukraine wird in dem 80-seitigen Dokument
       als ernste Bedrohung der USA und ihrer Verbündeten mit Atomwaffen,
       Cyber-Operationen und Langstreckenraketen bezeichnet. Gefährlich sei die
       von Russland und China intensivierte Partnerschaft, die „mehr gefährliche
       Herausforderungen der Sicherheit zu Hause darstellen, selbst bei
       andauernden terroristischen Bedrohungen“.
       
       ## Strategischer Konkurrent für Jahrzehnte
       
       Verteidigungsminister Lloyd Austin betonte, China sei „der einzige
       Konkurrent da draußen, der sowohl die Absicht hat, die internationale
       Ordnung neu zu gestalten als auch zunehmend die Macht hat, das zu tun“.
       Anders als China könne Russland „nicht systemisch die Vereinigten Staaten
       auf lange Sicht herausfordern. Aber russische Aggression stellt eine
       unmittelbare und scharfe Bedrohung unserer Interessen und Werte dar.“
       
       Die vorige, 2018 ausgegebene US-Militärstrategie stellte die Bekämpfung
       extremistischer Bedrohungen in den Mittelpunkt. Die Militärstrategie 2022
       ist dagegen fundamental auf die Vorbereitung eines Krieges mit einer
       Großmacht ausgerichtet. Dazu gehört die von Präsident Joe Biden
       eingeleitete Verbesserung der Beziehungen mit Bündnispartnern, die dessen
       Vorgänger Donald Trump geschwächt hatte. Im Zentrum steht das Konzept einer
       „integrierten Abschreckung“, die eine Kombination militärischer,
       wirtschaftlicher und diplomatischer Stärke sein solle, mit der Druck
       ausgeübt werden könne.
       
       China bleibe der „logische strategische Konkurrent für die kommenden
       Jahrzehnte“, während Russland eine „akute Bedrohung“ sei. Austin sagte,
       angesichts wiederholter russischer Drohungen mit Atomwaffen seien die USA
       aber auch sehr besorgt wegen einer möglichen Eskalation. „Es wäre das erste
       Mal seit über 70 Jahren, dass eine Nuklearwaffe benutzt würde. Das hat
       gewiss das Potenzial, Dinge in der internationalen Gemeinschaft zu
       verändern.“
       
       28 Oct 2022
       
       ## TAGS
       
 (DIR) USA
 (DIR) China
 (DIR) Russland
 (DIR) Atomraketen
 (DIR) Atomwaffen
 (DIR) Pentagon
 (DIR) USA
 (DIR) Schwerpunkt Krieg in der Ukraine
 (DIR) China
 (DIR) USA
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Beziehungen zwischen den USA und China: Dialog ist das Ziel
       
       Das erste Treffen zwischen Joe Biden und Xi Jinping ist freundlicher
       verlaufen als erwartet. Beide wollen die Beziehungen verbessern.
       
 (DIR) Streit bei Demokrat*innen: US-Linke ziehen zurück
       
       In einem offenen Brief hatten die US-Demokrat*innen Verhandlungen mit
       Russland gefordert. Dafür bekamen sie unerwünschten Applaus.
       
 (DIR) Parteitag der KP Chinas: Kein Weg vorbei an Xi
       
       Chinas Bevölkerung steht weitere Überwachung und Drangsalierung bevor. Der
       Westen muss dennoch mit dem riesigen Land kooperieren.
       
 (DIR) Vor den US-Zwischenwahlen: Die Midterms, eine Schicksalswahl
       
       Nicht einmal drei Wochen vor den Zwischenwahlen in den USA sieht es so aus,
       als stünden die Republikaner vor einer Machtübernahme im Kongress.