# taz.de -- Tourismuswachstum in Berlin: Immer mehr Touris und weiter keinen Plan
       
       > In Berlin entstehen aktuell 10.000 neue Hotelbetten. Die Grünen fordern
       > eine stadtweite Hotelplanung, um tourismusgebeutelte Kieze zu schützen.
       
 (IMG) Bild: Sie lungern überall herum und verändern die Kieze nachhaltig: Touristen
       
       Berlin taz | Partytouristen, die sich durch die Kreuzberger Oranienstraße
       pressen, Menschenmassen, die in Mitte Bier saufen und dann nachts betrunken
       vom E-Roller fallen: An vielen Orten der Stadt sorgt der übermäßige
       Tourismus inzwischen für unschöne Szenen. Und das Problem dürfte nur größer
       werden. So werden in der Stadt aktuell mindestens 81 neue Hotels und
       Hostels geplant, von denen der Großteil bereits genehmigt wurde. 2023 waren
       es noch 33 neue Hotels und Hostels. Das geht aus den bisher
       unveröffentlichten Antworten des Senats auf eine Anfrage des
       Grünen-Abgeordneten Julian Schwarze hervor, die der taz exklusiv vorliegt.
       
       Insgesamt sollen so fast 10.000 weitere Bettkapazitäten und neue 7.145
       Hotelzimmer entstehen. Zum Vergleich: 2023 entstanden noch lediglich 4.821
       neue Betten und 2.885 neue Zimmer zusätzlich. Derzeit gibt es laut den
       Zahlen des Senats in Berlin insgesamt 722 Beherbergungsbetriebe, darunter
       sind 459 Hotels.
       
       Nicht in der Statistik enthalten sind Ferienwohnungen – [1][weil diese
       größtenteils illegal sind]. „Es ist davon auszugehen, dass es in Berlin
       mindestens 10.000 solcher Ferienwohnungen gibt – immerhin das halbe
       jährliche Neubauziel des Senats“, so Schwarze, der Sprecher für
       Stadtentwicklung und Tourismus der grünen Fraktion ist, zur taz.
       
       „Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, dass die Ansiedlung von neuen
       Hotels gesteuert wird“, so Schwarze weiter. Es falle auf, dass viele neue
       Unterkünfte dort entstehen, wo die Kieze bereits stark unter Tourismus
       leiden. Helfen würde, [2][auf Stadtebene übergeordnete Planungsziele zu
       definieren], die etwa vorgeben, in welchen Gebieten keine zusätzlichen
       Hotels entstehen dürfen: „Auch, wo es Baumärkte geben darf, wird in Berlin
       zentral geplant. Es muss es doch planungsrechtlich festzulegen sein, wo es
       mehr Tourismus geben soll.“ Viele Hotelflächen könnten als bezahlbarer
       Wohnraum oder für Kitas und Schulen sinnvoller genutzt werden.
       
       21 May 2025
       
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 (DIR) Timm Kühn
       
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