# taz.de -- Probleme bei künstlicher Intelligenz: Neue Sicherheitsverstöße bei OpenAI
> Nach Attacken durch seine KI dichtete der ChatGPT-Entwickler OpenAI seine
> Testumgebungen ab. Ein neues KI-Modell sorgt nun trotzdem für Probleme.
(IMG) Bild: OpenAI – das Unternehmen hinter dem Chatbot ChatGPT – hat seine Software nicht im Griff
dpa |/rtr/afp | Zwei Monate nach einem ersten Hackervorfall durch seine
eigene [1][künstliche Intelligenz (KI)] hat der ChatGPT-Entwickler OpenAI
neue Sicherheitsprobleme bekannt gegeben – und Konsequenzen angekündigt.
KI-Agenten des Unternehmens haben demnach 53 Bilder aus Nutzerkonten
irrtümlich ins Netz gestellt. Die Bilder seien ohne Wissen des Unternehmens
auf externen Internetseiten veröffentlicht worden, teilte OpenAI am Freitag
mit. Die Links seien nicht öffentlich aufgelistet gewesen.
Bei einem weiteren Vorfall schaffte es ein KI-Modell in einem Test,
Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich
keinen Internetzugang haben sollte. Die Software habe jedoch eine Lücke in
den Netzwerkeinstellungen gefunden und ausgenutzt.
Der Zwischenfall sei zwar weniger gravierend als einige [2][frühere],
betonte OpenAI. Allerdings sei er der erste, seit die
Sicherheitsvorkehrungen nach der Hackingattacke von OpenAI-Software auf die
KI-Firma Hugging Face verschärft worden waren. Man sehe das als wichtigen
Hinweis darauf, wo weitere Nachbesserungen notwendig seien. Als Reaktion
kündigte das Unternehmen an, das Training seiner leistungsstärksten Modelle
auszusetzen. Wie lange diese Pause dauern soll, erklärte es nicht.
In dem Testszenario bekam das KI-Modell den Auftrag, auf Grundlage von
Hinweisen Informationen über eine Person zu finden, die einen Blogpost
veröffentlicht habe. Dafür konnte es auf eine Web-Imitation in einer
abgeschirmten Testumgebung zurückgreifen.
Nachdem die Suche dort ergebnislos geblieben war, versuchte die KI jedoch
dem OpenAI-Bericht zufolge, Anfragen unter anderem bei Google zu starten.
Das schlug wie geplant fehl. Aber dem KI-Modell fiel dabei auf, dass es
über den sogenannten DNS-Resolver der Testumgebung Anfragen an einen
Chatbot im offenen Internet stellen kann. DNS-Resolver übertragen
Domainnamen, die man als Nutzer in Browser eintippt, in aus Zahlen
bestehende IP-Adressen, unter denen Websites zu finden sind. OpenAI stoppte
den Test, nachdem die Kommunikation über die Lücke aufgefallen war.
Zudem wurde bekannt, dass automatisierte KI-Agenten von OpenAI auch auf
mehreren Webseiten der US-Regierung aktiv waren. So habe die Software auf
der Seite einer Statistikbehörde mithilfe von im Netz entdeckten Logindaten
auf öffentlich zugängliche Informationen zugegriffen, teilte OpenAI nach
einem Bericht der KI-Forschungsfirma Transluce mit.
Auf der Seite der Börsenaufsicht SEC seien ebenfalls öffentlich zugängliche
Informationen kopiert worden. Beim US-Bildungsministerium versuchte die
KI-Software laut Transluce vergeblich, sich in Daten der
Bürgerrechtsabteilung zu hacken, wie die New York Times berichtete.
## „Dutzende“ Betroffene
Derweil deutet sich an, dass noch viele weitere Enthüllungen um
eigenständige Hackingaktivitäten der KI von OpenAI folgen könnten. Man habe
„Dutzende“ Organisationen informiert, mit deren Webseiten Software von
OpenAI auf ungeplante Weise „interagiert“ habe, teilte die KI-Firma mit.
„Einige der betroffenen Webseiten werden von Regierungen, Universitäten,
Behörden und anderen Institutionen betrieben“, hieß es. Man überlasse es
ihnen, die Vorfälle öffentlich zu machen.
Zuletzt hatte die Regierung Australiens mit der Mitteilung für Schlagzeilen
gesorgt, dass KI von OpenAI in eine Website des australischen
Gesundheitssystems eingedrungen war.
27 Sep 2026
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