# taz.de -- Nach den Terroranschlägen in Kampala: Uganda übt Vergeltung
       
       > Die ugandische Armee fliegt Luftangriffe auf Stellungen der ADF-Rebellen
       > im Osten Kongos. Es sind nicht die ersten Bombardements in dem
       > Nachbarland.
       
 (IMG) Bild: Ort der Bombenanschläge in Ugandas Hauptstadt Kampala am 16. November
       
       Kampala taz | „Heute früh haben wir gemeinsam mit unseren kongolesischen
       Verbündeten Luftangriffe auf ADF-Camps gestartet“, verkündete am Dienstag
       Ugandas Armee. Der Eingriff im Nachbarland ist Ugandas Antwort auf die
       [1][Terroranschläge in der Hauptstadt Kampala] Mitte November, bei welchen
       vier Menschen starben.
       
       Als verantwortlich gilt die [2][ugandische Miliz ADF] (Vereinigte
       Demokratische Kräfte), die sich im Grenzgebiet zur Demokratischen Republik
       Kongo verschanzt hat, im Kongo Massaker an Zivilisten begeht und sich zum
       „Islamischen Staat in der Provinz Zentralafrika“ (ISCAP) zählt.
       
       Seit den Anschlägen in Kampala fädelten die Regierungen Ugandas und Kongos
       hinter den Kulissen eine militärische Kollaboration ein. [3][Ugandas
       Präsident Museveni] war in den vergangenen Tagen in Tansania auf einem
       Ölgipfel – auch hier wurde über eine Intervention im Kongo gesprochen.
       Tansania stellt Truppen in der UN-Mission im Kongo (Monusco), die zusammen
       mit Kongos Armee die ADF bekämpft.
       
       Ruandas Präsident Paul Kagame war Ende vergangener Woche in Kongos
       Hauptstadt Kinshasa zu Gast auf einer Konferenz über „positive
       Maskulinität“. Kagame war bisher gegen eine Intervention Ugandas im Kongo –
       doch offenbar gab er nun grünes Licht, denn laut UN-Kreisen informierte
       [4][Kongos Präsident Félix Tshisekedi] am Freitag die Monusco über eine
       mögliche Zusammenarbeit mit Uganda. Dann flog er noch ins Nachbarland
       Angola.
       
       ## Konflikt zwischen Uganda und Kongo
       
       Die [5][UN-Mission] sieht das mit Skepsis. Laut ihrem Mandat soll sie
       Kongos Armee gegen Rebellen helfen, etwa mit Treibstoff, Lebensmitteln oder
       Hubschraubereinsätzen. Sie will aber kontrollieren, mit welchen Einheiten
       sie zusammenarbeitet, da Kongos Armee Menschenrechtsverletzungen begeht.
       Wie diese Kontrolle geht, wenn Ugandas Armee mitmischt – dies gilt es zu
       klären, heißt es.
       
       Deswegen sind Luft- und Artillerieangriffe von Uganda aus über die Grenze
       derzeit am einfachsten. Bereits Ende 2017 bombardierte Ugandas Luftwaffe
       ADF-Basen im Kongo. Seitdem entstand im ostkongolesischen Beni ein
       gemeinsames Operationszentrum der beiden Armeen, wo Verbindungsoffiziere
       Informationen austauschen und Strategien aushecken.
       
       Doch Ugandas Armee hat im Kongo keine saubere Geschichte. Von 1998 bis 2003
       hielt sie ein Drittel des Landes besetzt und bediente sich an Rohstoffen:
       Diamanten, Gold, Tropenholz. Kongos Regierung erstritt deswegen 2005 beim
       Internationalen Gerichtshof 13 Milliarden US-Dollar Entschädigung von
       Uganda. Die wurden nie gezahlt.
       
       Vor diesem Hintergrund wird eine Intervention Ugandas im Kongo mit Skepsis
       betrachtet. Regierungssprecher Patrick Muyaya in Kinshasa drückt sich
       deswegen vorsichtig aus: „Wir haben nicht gesagt, dass es gemeinsame
       Operationen geben wird“, erklärte er.
       
       30 Nov 2021
       
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 (DIR) Simone Schlindwein
       
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