# taz.de -- Gefasste RAF-Terroristin: Gesuchte RAF-Leute in Berlin?
       
       > Die Polizei findet in der Wohnung der einstigen RAF-Terroristin Klette
       > Waffen. Das LKA vermutet ihre flüchtigen Begleiter Staub und Garweg in
       > Berlin.
       
 (IMG) Bild: Gefährliche Funde: Ermittler*innen vor der Wohnung Daniela Klettes in Berlin-Kreuzberg
       
       Berlin taz | Die Evakuierung dauerte die gesamte Nacht, erst am Morgen
       durften die Bewohner*innen wieder in ihre Wohnungen: Am Mittwochabend
       räumte die Polizei das Haus in Berlin-Kreuzberg, in dem die frühere
       RAF-Terroristin Daniela Klette [1][festgenommen wurde]. Polizeibeamte waren
       bei der Spurensicherung auf diverse Waffen gestoßen.
       
       Ein Sprecher des ermittelnden LKA Niedersachen sagte der taz, gefunden
       wurden Teile einer Panzerfaustgranate, eine Kalaschnikow, eine
       Maschinenpistole, eine Kurzwaffe und Munition. Die Granatenteile seien mit
       spezieller Transporttechnik abtransportiert und an einem gesicherten Ort
       unschädlich gemacht worden. Wegen der „erheblichen“ Gefahr seien zeitweilig
       auch Menschen aus einem gegenüberliegenden Gebäude evakuiert worden. Wo
       genau die Waffen gefunden wurden und warum erst zwei Tage nach der
       Festnahme Klettes, sagte der Sprecher nicht.
       
       Klette war von der Polizei 30 Jahre gesucht worden und wird [2][der dritten
       und letzten Generation der RAF zugerechnet], die sich 1998 auflöste. Der
       65-Jährigen werden Anschläge auf die JVA Weiterstadt, die US-Botschaft in
       Bad Godesberg und die Deutsche Bank in Eschborn vorgeworfen. Zudem soll sie
       mit den früheren RAF-Mitstreitern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg
       von 1999 bis 2016 Raubüberfälle begangenen haben, um ihr Leben im
       Untergrund zu finanzieren.
       
       ## Garweg und Staub in Berlin?
       
       Nach Garweg und Staub wird weiter gefahndet. Das LKA Niedersachsen erklärte
       am Donnerstag, man gehe davon aus, dass sich auch diese beiden noch in
       Berlin befinden. Die Fahndung dort sei daher „intensiviert“ worden. Wegen
       der Waffenfunde bei Klette müsse auch bei den noch unbekannten Wohnungen
       von Staub und Garweg „ein Gefährdungspotential“ angenommen werden. Das LKA
       bat die Bevölkerung daher um Vorsicht und um Hinweise für die Fahndung.
       
       Angehörige von RAF-Mordopfern forderten weitere Aufklärung ein. Die
       Festnahme Klettes habe ihn „sehr gefreut“, sagte Jörg Schleyer, Sohn des
       ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der Bild. Dass sie
       so lange unbehelligt in Berlin leben konnte, sei aber „unheimlich“. Die
       RAF-Morde dürften „nicht ungeklärt, ungestraft und damit ungesühnt
       bleiben“.
       
       Auch Michael Buback, Sohn des erschossenen Generalbundesanwalts Siegfried
       Buback, sagte dem Tagesspiegel, es erstaune, dass RAF-Verdächtige so lange
       unentdeckt blieben. Leider seien bis heute fast alle Morde nicht
       vollständig aufgeklärt. Auch im kollektiven Gedächtnis spiele die
       Erinnerung an die RAF keine besondere Rolle, klagte Buback. Dies sei
       „besorgniserregend“.
       
       29 Feb 2024
       
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