# taz.de -- Elbinsel Kaltehofe: Ein Paradies wird umgebaut
       
       > Die Elbinsel Kaltehofe ist ein Naturidyll mit kulturgeschichtlicher
       > Relevanz. Nun soll das alte Sperrgebiet der Hamburger Wasserwerke
       > Naherholungsgebiet werden.
       
 (IMG) Bild: Von unschätzbarem Wert: Kaltehofe ist ein einmaliger Zwitter von Natur- und Kulturlandschaft
       
       Die Elbinsel Kaltehofe bei Rothenburgsort ist fast dreimal so groß wie die
       Binnenalster. Wenn sie trotzdem gerne als Kleinod bezeichnet wird, dann,
       weil sie von unschätzbarem Wert ist, ein einmaliger Zwitter von Natur- und
       Kulturlandschaft. Seit 1893 haben die Hamburger Wasserwerke erst Elbwasser,
       ab 1963 Grundwasser auf dem Gelände aufbereitet. In 22 Becken, jedes von
       der Größe eines Fußballfeldes. Nach der 1990 erfolgten Schließung hat die
       Natur die orthogonalen Strukturen des Areals mit seinem Wildwuchs
       durchschossen. Auf den alten zylindrischen Schieberhäuschen am Rand der
       Becken sitzen heute Kormorane.
       
       Nun aber soll Kaltehofe der Öffentlichkeit übergeben werden. Mit dem
       erklärten Ziel, dabei seinen spezieller Wert zu wahren, wie der Tenor einer
       gemeinsamen Pressekonferenz lautete, zu der unter anderem Hamburg Wasser,
       der das Areal gehört, das Bezirksamt-Mitte und die Behörde für
       Stadtentwicklung und Umwelt geladen hatten.
       
       Demnach wird etwa ein Drittel des Geländes erschlossen: darunter acht der
       Filterbecken und das ehemalige Hygieneinstitut im Landhausstil. Das soll
       ein Café, Ausstellungs- und Tagungsräume bieten. Von den Becken werden drei
       als Biotope erhalten. Daneben soll es ein Museumsbecken der Wasserwerke,
       ein Planschbecken, ein Becken für Wasserspiele und eins für Modellboote
       geben.
       
       Im ersten, 2007 vorgestellten Masterplan war noch ein 50 Meter hoher
       Aussichtsturm angedacht. Der ist vom Tisch. Stattdessen wird es nun ein
       Wasserkunst-Museum geben. Der Entwurf von Andreas Heller sieht dafür einen
       rechteckigen Bau vor, der auf spektakuläre Weise das Thema Wasserkunst
       aufgreift. Mit einer Wasservorhangsfassade und der Wasserfläche auf dem
       Dach vermittelt er den Eindruck, aus dem Becken zu steigen, das ihn umgibt.
       Erreicht wird das Museum unterirdisch durch die Villa. Vermittelt werden
       soll die Wasserkunst anhand von Filmen und Modellen, die auch zerstörte
       Hamburger Brunnen einbeziehen.
       
       Die Finanzierung für das Unterfangen steht. Drei Millionen Euro kommen von
       Hamburg Wasser, vier Millionen aus dem Konjunkturprogramm des Bundes. Was
       auch die plötzliche Eile erklärt: Das Geld vom Bund fließt nur, wenn die
       Baumaßnahmen noch 2010 abgeschlossen werden. Der Baubeginn ist nun für
       kommenden Winter vorgesehen, eröffnet werden soll dann im Spätsommer
       nächsten Jahres.
       
       Ein heikler Punkt ist allerdings noch nicht gänzlich entschieden: die
       Zufahrt. 120 Stellplätze für Pkw neben der Villa sind angedacht, erreichen
       würde man sie über den Kaltehofer Hauptdeich. "Das ist aber noch in
       Prüfung", relativierte der grüne Staatsrat Christian Maaß. Deich und
       Naturidyll sollten eigentlich autofrei bleiben, so sah es ein erstes
       Planungsverfahren unter Bürgerbeteiligung vor.
       
       10 Jul 2009
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Maximilian Probst
       
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       Die Pläne für die Elbinsel Kaltehofe umfassen nur ein Drittel des gesamten
       Geländes, der Rest bleibt der Natur überlassen. Manchmal ist noch weniger
       aber einfach mehr.