# taz.de -- Kommentar zu Kaltehofe: Zu Groß geraten
> Die Pläne für die Elbinsel Kaltehofe umfassen nur ein Drittel des
> gesamten Geländes, der Rest bleibt der Natur überlassen. Manchmal ist
> noch weniger aber einfach mehr.
(IMG) Bild: Von unschätzbarem Wert: Kaltehofe ist ein einmaliger Zwitter von Natur- und Kulturlandschaft
Minimal-invasiv lautet in der Medizin ein neuste Zauberwort. Leider scheint
das chirurgische Verfahren kleinstmöglicher Einschnitte bei Stadt- und
Landschaftsplanern, Architekten und Politikern noch nicht angekommen zu
sein.
Gewiss, die Pläne für die Elbinsel Kaltehofe umfassen nur ein Drittel des
gesamten Geländes, der Rest bleibt der Natur überlassen. Aber dennoch: Ein
Stellplatz für 140 Autos und drei Reisebusse, ein Museumsneubau,
Cafébetrieb, eine Liegewiese, Plansch- und Modellboot-Becken - das einmalig
verwunschene Natur- und Kulturidyll wird nicht sanft erschlossen, sondern
fürs Massenpublikum verfügbar gemacht.
Hätten nicht ein paar Wege durchs Gelände gereicht? Und wozu ein Museum für
Wasserkunst? Wäre es da nicht sinnvoller für das Geld Brunnen zu bauen, an
denen es Hamburg doch so mangelt? Und warum die Gastronomie, wo es in
unmittelbarer Nähe schon ein hübsches Ponton-Restaurant auf der Billwerder
Bucht gibt?
Ein paar handfeste Erklärungen ließen sich dafür finden: da ist die
Ausrichtung des Städtebaus, Standortpolitik betreiben zu wollen, und auf
Alleinstellungsmerkmale wie ein Wasserkunstmuseum zu setzen. Tja, und
Architekten - wollen ohnehin maximal bauen. Am Ende heißt es dann:
Operation gelungen. Patient tot.
10 Jul 2009
## AUTOREN
(DIR) Maximilian Probst
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