# taz.de -- Befreiungstheologe über Bußschweigen: „Ich musste gehen oder rebellieren“
       
       > Der Vatikan verpasste Leonardo Boff vor 30 Jahren einen Maulkorb. Das
       > machte ihn weltweit bekannt. Was macht er heute?
       
 (IMG) Bild: Papst Franziskus schätzt ihn: Leonardo Boff
       
       taz. am wochenende: Herr Boff, als Christ muss man Optimist sein, oder? 
       
       Leonardo Boff: Ich habe das Motto von Richard von Weizsäcker übernommen:
       Ich verkünde nicht Optimismus, ich verkünde Hoffnung. Es ist schwierig,
       heutzutage bei dieser Weltsituation, in Europa, in den USA oder bei uns in
       den südlichen Ländern Optimist zu sein. Weil wir keinen Hoffnungshorizont
       mehr haben. Man weiß nicht, wohin die Menschheit geht, welche Zukunft das
       Leben als System und die Erde als Mutter Erde haben werden. Weil die
       Bedrohungen derart groß sind, dass die chemische und physische Grundlage
       des Lebens zerstört werden kann. Aufgrund dieser Situation kann man nicht
       optimistisch sein.
       
       Trotzdem: als Christ … 
       
       Trotzdem würde ich sagen, dass wir nicht vor einer großen Katastrophe
       stehen. Allerdings stehen wir in einer großen zivilisatorischen Krise,
       wobei man spürt, dass wir nicht die nötigen Mittel in dieser Kultur haben,
       um einen Ausweg zu finden. Wie Albert Einstein mal sehr schön gesagt hat:
       Die Idee, die diese Krise hervorgerufen hat, kann uns nicht aus ihr heraus
       führen – wir müssen anders denken und anders handeln.
       
       Wie? 
       
       Es gibt die Grundthese von Nietzsche: Was ist die Grundstruktur der
       Moderne? Es ist der Wille zur Macht. Macht bedeutet Unterjochung, heißt das
       Nutzen von Gewalt. Ich würde Albert Schweitzer vorziehen, der sagte: Die
       Grundstruktur ist der Wille zum Leben, weil das Leben mehr Leben will. Dies
       ist die wahre Struktur der Welt – sei es für die Vergangenheit, sei es für
       die Zukunft. Und in dem Sinne hoffe ich, dass wir eine Zukunft haben
       werden, aber wir müssen durch diese Krise hindurch – und dies wird uns
       etwas kosten. Vielleicht wird ein Teil der Lebewesen verschwinden,
       vielleicht ein Teil der Menschheit nach einer großen sozialen und
       ökologischen Krise oder Katastrophe, die nicht unmöglich ist.
       
       Befürchten Sie einen Krieg? 
       
       Ich befürchte keinen Krieg, denn die Kriege sind heute so letal, so groß,
       dass das ganze Leben der Erde zerstört werden kann. Heute existieren kleine
       nukleare Bomben, so groß wie Koffer. Wenn so eine in Berlin hoch ginge,
       gäbe es kaum Zerstörung, aber die Strahlung wäre so groß wie bei Fukushima
       oder Tschernobyl. Für 15 oder 20 Jahre könnte hier kein Leben existieren.
       Das Benutzen dieses Mittels ist nicht möglich. Es kann sein, dass die
       Terroristen an solche Waffen gelangen, und sie zwingen so die ganze
       Menschheit in die Knie. Oder eine verrückte Person wie Donald Trump oder
       George W. Bush.
       
       Donald Trump hat jetzt Macht über Atombomben. Sind Sie so pessimistisch wie
       viele Leute in Deutschland, was die neue US-Präsidentschaft angeht? 
       
       Donald Trump ist ein Geheimnis. Er redet zu viel. Man weiß nicht: Was ist
       davon ernst, was ist Show? Auf jeden Fall symbolisiert er das Schlechteste,
       was man in der US-amerikanischen Kultur findet. Trump ist eine dumme
       Person, impulsiv, man weiß nicht, was er machen wird.
       
       Glauben Sie, dass Trump – durch die Form der US-amerikanischen Demokratie
       der checks and balances – so eingehegt ist, dass er nicht viel Schlimmes
       ausrichten kann? 
       
       Das Pentagon hat zwei Grundsätze: eine Welt – und ein Imperium. Man will
       alle Räume bedecken, kontrollieren. Das hat das Pentagon auch getan. Es
       fehlten nur die großen Länder des Südens wie Brasilien und Argentinien.
       Jetzt werden sie bedeckt. Das ist das imperiale Denken der USA, das ist ein
       Imperium. Und ich finde es schade, dass die Europäer sich einfach
       unterworfen haben – oder diese Strategie angenommen haben. Ich glaube, dass
       Trump für die Außenpolitik nicht so gefährlich ist. Er ist derart dumm,
       dass er die Welt nicht versteht. Die große Strategie des Imperiums ist es,
       uns Länder des Südens wieder zu Kolonien zu machen. Dass wir uns
       entindustrialisieren und nur noch Rohstoffe liefern.
       
       Kann man die Macht großer Konzerne, die die Welt mitbeherrschen, irgendwie
       brechen? 
       
       Das kapitalistische System oder besser noch: Die kapitalistische Kultur
       beherrscht die Welt, auch wir sind eine Geisel von ihr. Diese Konsumkultur
       ist derartig gefestigt und weltweit artikuliert, dass sie nicht zu
       überwinden ist. Aber die Natur wird den Kapitalismus überwinden. Denn mehr
       und mehr spüren wir, dass die Ressourcen der Erde knapper werden, dass die
       Erde schon krank ist, die Erderwärmung steigt. Wir gehen vielleicht in
       Richtung einer großen ökologischen Katastrophe, wobei der Kapitalismus die
       Natur braucht, um sich weiter reproduzieren zu können. Aber wir haben nie
       eine Chance, im Krieg gegen die Erde zu gewinnen. Die Erde braucht uns
       nicht, wir brauchen die Erde.
       
       Papst Franziskus hat ja mit der Enzyklika „Laudato Si“ eine große
       ökologische Schrift veröffentlicht. Haben Sie den Eindruck, dass er bei
       Ihnen abgeschrieben hat? 
       
       Das sollte man so nicht sagen. Wir kennen uns. Er hat meine ganze Literatur
       gelesen und immer geschätzt. Er hat mich gefragt, ob ich ihm Materialien
       schicken könne. Er sagte auch: Schicken Sie mir das nicht direkt, das kommt
       nicht an. Es gibt Leute, die verhindern das. Schicken Sie es dem
       argentinischen Botschafter, der jeden Tag Matetee mit mir trinkt, der
       übergibt mir das dann. Ich habe ihm tatsächlich viel Material geschickt.
       Dann habe ich gespürt, dass es sich nicht lohnt, lange Aufsätze zu
       schicken, aber dafür kleine Texte, die Grundbegriffe, die Perspektive. Und
       die wurden fast alle übernommen.
       
       Sind Sie Berater des Papstes? 
       
       Kein offizieller. Es gibt nur eine Verbindung. Er schätzt meine Schriften.
       Er hat mich zweimal eingeladen, nach Rom zu kommen, einmal bin ich extra
       hingeflogen. Aber da gab es die Rebellion der 13 Kardinäle einen Tag vor
       der Synode, da musste er die Leute besänftigen. Er sagte mir dann, er könne
       doch nicht. Aber ich fand es sehr fein von ihm, dass er einen Tag vor
       Veröffentlichung der Enzyklika hat anrufen lassen bei mir. Ich war nicht zu
       Hause. Er hat sich für das Material von mir bedankt.
       
       Finden Sie denn, dass Papst Franziskus ein Befreiungstheologe ist? 
       
       Er ist Befreiungstheologe in der argentinischen Version. In Argentinien
       durfte man wegen der Repression der Militärdiktatur keinerlei marxistische
       Ausdrücke benutzen. Man hat dort eine eigene Tendenz entwickelt, eine
       Theologie des unterdrückten Volkes und der zum Schweigen gebrachten Kultur.
       Man muss die Kultur befreien und das Volk. Nicht durch Mildtätigkeit. Der
       Papst, Jorge Mario Bergoglio, galt als Student dieser Art der
       Befreiungstheologie als einer der begeistertsten. Er hat schon damals dafür
       votiert: Einmal pro Woche sollte man einen Besuch in einem Elendsviertel
       organisieren. Und tatsächlich, das ganze Leben hindurch hat er das
       durchgehalten.
       
       Ist das nicht seltsam für Sie, dass Sie so lange bekämpft wurden vom
       Vatikan und von Joseph Ratzinger – und am Ende ist dann jemand Papst, der
       in gewisser Weise auch ein Befreiungstheologe ist? 
       
       Als mich der Papst zum ersten Mal eingeladen hat, habe ich gesagt: Wissen
       Sie, der andere ist noch da, es könnte peinlich werden. Nein, sagte er,
       „Papa sono io“ – der Papst bin ich. Und er hat ausdrücklich gesagt: Ich
       will die ungerechte Strafe kompensieren, die über Sie verhängt wurde. Ich
       fand es sehr mutig, das zu sagen. In der Erklärung des Vatikans steht ja,
       dass keine Lehre verdammt wurde, nur: Das Verhalten von Leonardo Boff kann
       den Glauben des Volkes in die Irre führen. Ich meine, das Verhalten Jesu
       war viel gefährlicher als mein Verhalten! Das Problem war nicht eine
       Person. Es war die Bischofskonferenz.
       
       Die brasilianische? 
       
       Die brasilianische. Man wollte sie nicht direkt attackieren. Die Deutschen
       haben ein sehr gutes Sprichwort dafür: Man schlägt den Sack und meint den
       Esel. Ich war der Sack, der Esel war die Bischofskonferenz. Die Bischöfe
       haben das sofort verstanden. Deshalb sind 1984 zwei Kardinäle mit mir nach
       Rom gegangen, ebenso der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Lorscheider.
       Ratzinger war empört. Er sagte: Nie in der Geschichte der
       Glaubenskongregation ist jemand in Begleitung von zwei Kardinälen gekommen.
       Das ist ein Skandal! Wie zwei Schutzengel.
       
       Stimmt es, dass Sie auf demselben Stuhl saßen wie etwa 350 Jahre zuvor
       Galileo Galilei? 
       
       Jaja. Das ist ein großer Saal in einem großen Gebäude. Ein langer Korridor
       von, glaube ich, über hundert Metern, voller Teppiche und großer Bilder aus
       dem Mittelalter, ganz fein und reich – und ganz am Schluss kommt dann eine
       Tür, ganz klein. Man muss sich bücken, um hindurch zu kommen. Dann ein sehr
       schwarzer Saal, schwarz, tatsächlich. Mit vielen Büchern. Und Ratzinger
       sitzt oben, einen halben Meter höher. Und ich unten. Er schaut nach unten.
       Nur räumlich ist das schon ein Zeichen, das er überragend ist. Darunter der
       Sekretär, der alles notiert. Und es war derselbe Stuhl wie bei Galilei. Ich
       habe sogar eine Verbeugung gemacht, das hat den Kardinal wütend gemacht. Er
       sagte: Verteidigen Sie den Glauben! – Welchen Glauben? – Das bestimme ich!
       – „Nein, nein“, sagte ich, „der Glaube der Kirche ist nicht Ihr Glaube.“
       Wir haben sofort angefangen zu streiten.
       
       Dann hat der Vatikan ein sogenanntes Bußschweigen über Sie verhängt. Das
       heißt, Sie sollten sich öffentlich nicht mehr äußern – war das eine harte
       Zeit? 
       
       Ja. Aber unmittelbar nach der Vorladung im Vatikan erhielt ich eine
       Einladung von Fidel Castro, zu ihm nach Kuba zu kommen. Ich musste viel
       daran denken, als er nun starb.
       
       Wie war das mit Fidel? 
       
       Wir reisten fast zwei Wochen allein über die Insel – der apostolische
       Nuntius auf Kuba wollte mich auch sprechen, aber Fidel sagte nur: Ich
       allein rede mit ihm! Was wir dann auch gemacht haben, Nächte lang. Dabei
       sagte mir Fidel, der ja katholisch erzogen worden und auf einem
       Jesuitenkolleg gewesen war: Wenn wir in den Fünfzigerjahren schon die
       Befreiungstheologie gehabt hätten, hätten wir Kuba auf ihrer Grundlage
       aufgebaut.
       
       Eine erstaunliche Aussage. 
       
       Ja. Und gegen Ende der Reise, nachdem wir so lange miteinander gesprochen
       hatten, auch über den Glauben, habe ich gesagt: Lass uns das Vaterunser
       beten. Wir haben uns die Hände gereicht – und gebetet.
       
       Haben Sie noch viele Erinnerungen an diese Gespräche? 
       
       Ich habe mir nach den Gesprächen Notizen gemacht. Es war ein wunderbares
       Material, das man vielleicht hätte veröffentlichen können. Aber auf dem
       Rückflug von meiner Kuba-Reise bin ich über Panama geflogen – und dort hat
       man mir die Hefte auf dem Flughafen bei der Gepäckkontrolle weggenommen.
       Wahrscheinlich war es die CIA.
       
       Bereuen Sie manchmal, dass Sie aus dem Franziskanerorden ausgetreten sind
       und nicht mehr Priester sind? 
       
       Es gab eine Situation während des großen Gipfels 1992 in Rio: Zusammen mit
       dem Dalai Lama habe ich einen Vortrag gehalten über Religion und Frieden.
       Ich habe gesagt, die abrahamitischen Religionen sind die kriegerischen,
       also das Judentum, das Christentum und der Islam. Dabei war ein Kardinal,
       der früher Nuntius in Brasilien war. Er hat alles gehört und mir gesagt:
       Boff, du hast nichts aus dem Bußschweigen gelernt. Du musst raus aus
       Lateinamerika. Du hast bis morgen Zeit, dich zu entscheiden. Du kannst auf
       die Philippinnen oder nach Südkorea, weil es dort Franziskaner gibt. – Und
       kann ich weiter Theologie dozieren? – Nein, du kannst nur ins Kloster und
       Katechese geben. – Da habe ich gesagt: Ich bin schon fünfzig. Das geht
       nicht. Das erste Mal 1985 war das Demut, das habe ich angenommen, nun ist
       es eine Demütigung, das akzeptiere ich nicht, weil Demütigung eine Sünde
       ist. Der Nuntius hat sogar vorgeschlagen: Sie sollten vielleicht nach Rom,
       dann sehen Sie jede Woche den Papst. Dann bekommen Sie wiederum
       Begeisterung für den Glauben. Ich habe gesagt: Das ist ein Grund, nicht
       dorthin zu gehen, um nicht atheistisch zu werden!
       
       Also bereuen Sie es nicht, aus dem Orden ausgetreten und kein Priester mehr
       zu sein? 
       
       Ich hatte eigentlich keine Alternative. Ich musste gehen oder rebellieren.
       Aber ich mache weiter wie vorher: Theologie betreiben, ich zelebriere in
       Basisgruppen: Taufen, ich zelebriere Hochzeiten, begrabe Tote. Ich mache
       alles, was ein Priester macht.
       
       Auch die Kommunion geben? 
       
       Nicht nur die Kommunion. Ich zelebriere die Messe. Immer mit einer ganzen
       Gruppe, halb Frauen, halb Männer. Ich präsidiere das. Wir machen die
       Zelebration. Und wir sagen nie: eine Messe. Das ist das Gedächtnis Jesu
       Christi. Wie bei Paulus. Man liest den Text von Paulus.
       
       Wie in der Urgemeinde. 
       
       Wie in der Urgemeinde. Das ist eine Feier der Erinnerung des letzten Mahls
       Jesu. Wenn man Messe sagt: Das ist eine rechtliche Kategorie – und dann
       können sie uns fangen. Aber alle Bischöfe unterstützen mich. Ich habe
       etlichen Bischöfen Exerzitien gegeben, auch Nonnen. Obwohl ich verheiratet
       bin.
       
       Die Beziehung zu Ihrer Frau bestand schon seit 1981. War das ein Problem?
       War die Reaktion des Vatikans deshalb so hart? 
       
       Das war eine normale Beziehung. Wir arbeiten zusammen, etwa beim Thema
       Müll. Meine Frau arbeitet seit zwanzig Jahren in diesem Feld. Da ist
       allmählich durch die Arbeit eine Beziehung entstanden. Aber nicht, dass man
       so begeistert war, irgendwie eine Liebesaffäre gehabt hat. Das war eine
       normale Entwicklung. Sie ist eine Volkserzieherin. Sie hat sich
       spezialisiert auf die Menschenrechte und die Rechte der Natur. Sie gibt
       Kurse im Amazonasgebiet. Sie wird eingeladen, fährt hin, überall. Es ist
       eine schöne Arbeit. Wir fahren auch zusammen.
       
       Aber es ist eine ganz normale Ehe – oder doch nur eine Arbeitsbeziehung? 
       
       Das ist eine normale Ehe. Sie hatte schon sechs Kinder, ich habe die sechs
       übernommen. Man braucht Courage, so eine ganze Familie zu übernehmen.
       
       Um noch mal auf die Hoffnung zurückzukommen: Welche Hoffnung haben Sie für
       sich und für die Welt? 
       
       Also, ich bin in einem Alter, in dem ich oft an den Tod denke. Aber nicht
       als etwas Dramatisches, der Tod als Anlass für eine große Begegnung mit dem
       Herrn. Ich fahre allmählich dahin. Wir waren 17, als wir als Priester
       geweiht worden sind. Davon sind acht schon weggegangen. Und ich schaue in
       den Garten, ob der Tod schon um die Ecke kommt. In dem Sinne bin ich ruhig,
       ich spüre, dass ich Grenzen habe. Das nehme ich an. Das habe ich mit dem
       Papst persönlich besprochen: Als er nach Brasilien kam, war ich in
       Argentinien. Er rief jede Woche eine Frau an, die ich zufällig gerade
       besuchte. Ich sagte zu ihm am Telefon: „Santidade“ – Eure Heiligkeit. Er
       sagte: Ich bin nicht Santidade – das ist der Dalai Lama. Ich bin
       Franziskus, keine Heiligkeit. Ich habe gesagt: Sie müssen aufpassen, denn
       für die Mafia ist es leichter, Sie in Brasilien zu töten als in Rom. Sie
       müssen aufpassen! – Nein, nein, ich habe da kein Problem. Ich wollte nicht
       Papst werden. Gott hat das gewollt. Und Gott soll mich schützen. Wenn die
       Leute mich umbringen, ist das ein Zeichen, dass mich Gott gerufen hat, und
       ich gehe gerne dahin. So eine mystische Interpretation des Todes!
       
       Und Sie haben genau so wenig Angst? 
       
       Nein, Angst habe ich nicht. Ich möchte wie andere Theologen bei der Arbeit
       sterben: während einer Vorlesung, während ich einen Text schreibe, dass man
       bis zum Ende etwas schafft. Schlimm wäre es, allmählich im Bett langsam zu
       verschwinden. Man muss sterben wie ein Baum, der hoch ist und dann
       plötzlich fällt. Das möchte ich. Und ich bitte Gott, dass er mir diese
       Gnade gibt.
       
       9 Jan 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Gessler
       
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