# taz.de -- Ausländische Truppen in Mali: Zeit für den Abzug
       
       > Die Bundeswehr trainiert in Mali eine Armee, deren Führung von der EU
       > sanktioniert werden soll. Die internationalen Einsätze gelten dort als
       > Bevormundung.
       
 (IMG) Bild: November 2018: Bundeswehrsoldaten in Gao, Mali
       
       Es hat keinen Sinn mehr. Die Bundeswehr sollte sich auf den Abzug aus Mali
       vorbereiten. Die EU-Trainingsmission für Malis Armee, EUTM Mali, in der
       Deutschland eine wichtige Rolle spielt, kann nicht mehr sinnvoll
       aufrechterhalten werden. Sie trainiert eine Armee, deren Kommandanten jetzt
       unter EU-Sanktionen gestellt werden, weil sie die Macht im Land an sich
       gerissen haben.
       
       Mit den [1][beiden Putschen in Mali] verschwand die zivile demokratische
       Verfassungsordnung, zu deren Verteidigung eine große UN-Blauhelmmission
       ebenfalls mit deutscher Beteiligung in Mali stationiert ist. Die deutschen
       UN-Soldaten sitzen ohnehin fast nur noch in ihrer Basis herum. Vergangene
       Woche [2][erlaubte Mali der deutschen Luftwaffe nicht einmal mehr den
       Überflug].
       
       Hier geht es nicht um die in Deutschland beliebte Frage der grundsätzlichen
       Sinnhaftigkeit von Militäreinsätzen. Es geht darum, dass Mali die
       internationalen Militärmissionen auf seinem Staatsgebiet nicht mehr will.
       Das Land fühlt sich bevormundet, und das ist es auch. Die EU-Mission
       leistet nicht nur militärische Ausbildung, sondern auch administrative und
       logistische Hilfe bei Strukturreformen.
       
       Das UN-Mandat für Mali, festgehalten in einer 19 Seiten langen
       UN-Resolution, umfasst weite Bereiche der Innenpolitik, von sechzehn
       Projekten für nachhaltige Entwicklung bis zur Repräsentation von Frauen in
       den Unterkomitees der Implementierungsstruktur für das Friedensabkommen mit
       den Tuareg-Rebellen.
       
       Die Weltgemeinschaft hat sich in Mali tief verstrickt und zugleich hat
       Malis Staat immer mehr Kontrolle eingebüßt. Kein Wunder, dass viele Malier
       zwischen diesen beiden Phänomenen einen Zusammenhang sehen und nun die
       Konsequenz ziehen wollen: Erst schaffen sie die zivilen Apparate ab, dann
       sollen die internationalen Eingreiftruppen verschwinden. Andere Länder wie
       Burkina Faso nehmen sich daran ein Beispiel.
       
       Möglicherweise ist das ein Irrweg. Aber das müssen die Menschen in Mali
       entscheiden. Nicht die auswärtigen [3][Interventionsmächte]. Ihre Bilanz
       hat nicht überzeugt. Zeit zu gehen.
       
       2 Feb 2022
       
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