# taz.de -- Astronaut aus dem Saarland: Maurer will endlich abheben
       
       > Matthias Maurer soll Samstagabend als 12. Deutscher ins All starten. Die
       > Mission Cosmic Kiss bringt vier Raumfahrer zur Raumstation ISS.
       
 (IMG) Bild: ESA-Astronaut Matthias Maurer in seiner Weltraumfahrermontur
       
       Frankfurt taz | „Großes entsteht im Kleinen“, so lautet der Marketingslogan
       des Saarlands. Das passt zum Astronauten Matthias Maurer, gebürtiger
       Saarländer, der vermutlich am Samstag als 12. Deutscher [1][ins All
       startet]. Der 51-jährige promovierte Ingenieur spricht vier Sprachen
       fließend, hat zusätzlich Russisch und Chinesisch gebüffelt und hält
       zahlreiche Patente der Material- und Werkstoffwissenschaften.
       
       Nach dem Abitur im saarländischen St. Wendel absolvierte er seinen
       Zivildienst beim Malteser Hilfsdienst. Nach Studium, Promotion und mehreren
       Stationen in Wissenschaft und Forschung wurde er 2017 in den erlesenen
       Kreis der Astronauten der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA berufen.
       Unter anderem konnte er sich mit dem Höhlenforschungs- und
       Trainingsprogramm „Caves“ der ESA und bei einem
       NASA-Unterwassertrainingsprogramm in Florida auf seine Mission vorbereiten.
       
       SpaceX Crew-3 wird der vierte bemannte Flug eines US-amerikanischen
       Crew-Dragon-Raumschiffs, eines wiederverwendbaren Shuttles der Privatfirma
       von US-Unternehmer Elon Musk. Die Mission mit dem charmanten Namen „Cosmic
       Kiss“ startet vom Kennedy Space Center und soll vier Astronauten für einen
       Langzeiteinsatz zur ISS bringen.
       
       Drei der Männer stellt die NASA, Maurer ist der Vertreter Europas. Zusammen
       mit den übrigen ISS-Besatzungsmitgliedern sollen sie zahlreiche Experimente
       durchführen. Auch ein Außeneinsatz Maurers im Weltraum ist geplant,
       ungefähr sechs Monate soll er im All verbringen. Seine Rückkehr ist noch
       nicht genau terminiert.
       
       ## Vom kleinen Oberthal ins All
       
       Von Oberthal, der kleinsten Gemeinde des Saarlands, geht es ins All. In der
       dortigen Bliestalhalle feierten bereits am Sonntag, als das Shuttle
       eigentlich starten sollte, Hunderte die spektakuläre Mission ihres
       prominentesten Mitbürgers. „Meine alte Heimat im Saarland habe ich im
       Herzen immer mit dabei“, sagte er in einer Live-Schalte in die Halle: „Auch
       wenn ich gerade ziemlich weit weg bin, freue ich mich natürlich sehr, dass
       heute so viele Leute zum Start ins schöne Oberthal gekommen sind“, so
       Maurers Gruß von Cape Kennedy.
       
       Dass der Countdown zunächst wegen des Wetters einmal verschoben werden
       musste, dann noch einmal wegen einer „geringfügigen medizinischen
       Angelegenheit“, die ein Besatzungsmitglied betraf, [2][nahm er locker]. Das
       gehöre zur Raumfahrt dazu, immer flexibel zu sein, sich an die
       Randbedingungen anzupassen, „vor allem mit einem guten Sinn für Humor“. Die
       Belastungen für die Astronauten seien heute viel weniger strapaziös als die
       der Raumfahrtpioniere, beruhigte er seine MitbürgerInnen. „Nach zehn
       Minuten sind wir im All und dann bin ich ein halbes Jahr schwerelos. Das
       ist quasi so eine Anstrengung wie im Wasserbett zu liegen, das schafft man
       dann“, so Maurer. Auch wenn mit seinem Ausflug ins All ein Traum
       Wirklichkeit wird, sein größter Wunsch bleibt es, einmal auf dem Mond zu
       landen.
       
       Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans war am Sonntag nach
       Oberthal gekommen. „Sein Blick aus dem All macht uns schlauer!“, sagte er
       und verwies auf die Erkenntnisse über den Klimawandel, die auch der
       Raumfahrt zu verdanken seien.
       
       2 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.nasa.gov/nasalive
 (DIR) [2] https://twitter.com/astro_matthias/status/1454605300825272325?s=20
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Christoph Schmidt-Lunau
       
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