# taz.de -- Macron will Stopp von Waffenexporten
> Auch US-Ärzte schlagen Alarm zur Lage in Gaza. Trump fordert harte
> Reaktion Israels auf Iran-Angriff
Von Tanja Tricarico
Nach den Bombardierungen des israelischen Militärs auf den Süden Libanons
und dem Angriff Irans auf Israel in der vergangenen Woche schlagen
Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Nahostkrieg kaum durch.
Stattdessen wird verbal Öl ins Feuer gegossen. US-Präsidentschaftskandidat
Donald Trump forderte eine harte militärische Reaktion Israels. Bei einer
Wahlkampfveranstaltung in North Carolina sprach er sich für einen
israelischen Angriff auf iranische Atomanlagen aus. US-Präsident Joe Biden
hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er einen solchen Angriff nicht
unterstützen werde.
Der iranische Außenminister Abbas Arakchi reiste am Wochenende zunächst in
den Libanon, um unter anderem mit dem kommissarischen Ministerpräsidenten
Nadschib Mikati sowie wie mit Parlamentspräsident Nabih Berri zu sprechen.
Berri gilt als enger Verbündeter der militant-islamistischen Hisbollah, die
vom Iran unterstützt wird. Im Anschluss reiste Arakchi weiter nach Syrien.
Mit Blick auf Israel sprach sich der französische Präsident Emmanuel Macron
für einen Stopp von Waffenexporten für den Einsatz im Gazastreifen aus. Um
eine Eskalation in der Region zu verhindern, sei zudem ein sofortiger
Waffenstillstand in Gaza notwendig, so Macron. Die Aussagen des
französischen Präsidenten sorgten für großen Unmut beim israelischen
Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Auf X schrieb dieser: „Während
Israel die vom Iran angeführten Kräfte der Barbarei bekämpft, sollten alle
zivilisierten Länder fest an der Seite Israels stehen. Doch der Präsident
und andere westliche Führer fordern jetzt Waffenembargos gegen Israel,
Schande über sie!“ Aus Frankreich folgte Bedauern über die scharfe Reaktion
aus Israel. In einem [1][erschütternden Appell] forderten 99
US-amerikanische Ärzte und medizinisches Personal US-Präsident Biden und
Vizepräsidentin Kamala Harris auf, sich für einen sofortigen
Waffenstillstand im Gazastreifen einzusetzen. Auch sie verlangen einen
Stopp von Waffenlieferungen. „Jeder in Gaza ist krank, verletzt oder
beides“, heißt es in dem Schreiben an das Weiße Haus. Insbesondere Kinder
litten an starker Unterernährung. Die Zahl der Totgeburten sei rasant
gestiegen, Seuchen breiteten sich aus. Die Unterzeichner:innen des
Briefes gehen von mehr als 118.000 Toten aus, die der Krieg im Gazastreifen
seit Oktober 2023 gefordert hat. Sie werfen Israel zudem vor, systematisch
und absichtlich das komplette Gesundheitssystem Gazas zu zerstören und ihre
palästinensischen Kolleg:innen in den Krankenhäusern und
Gesundheitszentren als militärische Ziele zu betrachten.
Anlässlich des Jahrestags des Großangriffs der Hamas auf Israel am 7.
Oktober 2023 verurteilte UN-Generalsekretär Antonío Guterres die
Terrororganisation scharf. Er rief zu einem unverzüglichen Ende von
„schockierender Gewalt und Blutvergießen“ auf. „Dies ist ein Tag, an dem
die Weltgemeinschaft mit lautester Stimme die verabscheuungswürdigen Taten
der Hamas, einschließlich der Geiselnahme, aufs Schärfste verurteilen
muss“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Botschaft zum
Jahrestag. Der UN-Generalsekretär rief zur „unverzüglichen und
bedingungslosen Freilassung“ der aus Israel in den Gazastreifen
verschleppten Geiseln auf. Zugleich beschwor er die Hamas, dem Personal des
Roten Kreuzes zu erlauben, die Geiseln zu besuchen. Auch zu den aktuellen
Angriffen im Libanon äußerte sich Guterres. „Der Krieg, der auf die
schrecklichen Angriffe vor einem Jahr folgte, zerstört weiterhin Leben und
fügt den Palästinensern im Gazastreifen und nun auch den Menschen im
Libanon tiefes menschliches Leid zu.“
Am Sonntag verbreitete das israelische Militär erneut
Evakuierungsaufforderungen für weitere Gebiete im Süden Libanons. Die
Menschen sollten sich in die Gegend nördlich des Flusses Awali begeben. Bei
einem israelischen Luftangriff auf eine Moschee im Gazastreifen wurden
mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende weitere verwundet.
7 Oct 2024
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