# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Scharfe Kritik an Putin-Vorschlag
       
       > Der Kremlchef bietet Frieden an, wenn die Ukraine auf die vier von
       > Russland teils eroberten Gebiete verzichtet und kein Nato-Mitglied wird.
       > Ukraine und Nato sind empört.
       
 (IMG) Bild: Gesprächig: Waldimir Putin mit neuen Vorschlägen
       
       ## Scharfe Reaktionen von Ukraine, Nato und USA
       
       Die Ukraine, die Nato und die USA haben die von Russland genannten
       Bedingungen für eine Waffenruhe umgehend verworfen. Der russische Präsident
       Wladimir Putin habe „keine wirklichen Friedensvorschläge und keinen Wunsch,
       die Kämpfe zu beenden“, erklärte der ukrainische Präsidentenberater
       Mychailo Podoljak im Onlinedienst X. Ähnlich äußerte sich
       Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. US-Verteidigungsminister Lloyd
       Austin warf Putin vor, der Ukraine einen Frieden „diktieren“ zu wollen.
       
       Stoltenberg sagte zum Abschluss eines Nato-Verteidigungsministertreffens in
       Brüssel: „Dies ist kein Friedensvorschlag. Dies ist ein Vorschlag für mehr
       Aggression, mehr Besatzung.“ Ähnlich scharf reagierte Pentagonchef Austin:
       Putin habe völkerrechtswidrig ukrainisches Territorium besetzt, sagte er.
       Er könne der Ukraine „nicht diktieren, was sie zu tun hat, um eine Lösung
       herbeizuführen“. (afp)
       
       ## Ukrainischer Außenminister: Putins Vorschläge sind absurd
       
       Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba nennt die jüngsten Äußerungen
       von Russlands Präsident Wladimir Putin über Friedensgespräche absurd. Ziel
       Putins sei es, die internationale Gemeinschaft in die Irre zu führen, sagt
       Kuleba. Es gebe keine Möglichkeit, einen Kompromiss zwischen Putins
       Erklärung und der Position der Ukraine zu finden, sagt Präsidentenberater
       Mychajlo Podoljak der Nachrichtenagentur Reuters. Putins Vorschlag laufe
       darauf hinaus, dass die Ukraine ihre Niederlage anerkenne und ihre
       Souveränität aufgebe. Putins Vorschlag sei nicht ernst zu nehmen und spiele
       hinsichtlich Verhandlungen keine Rolle. Es handle sich um einen Versuch,
       einen Tag vor der Konferenz in der Schweiz über Wege für einen Frieden die
       Agenda zu bestimmen. In der Schweiz kommen am Wochenende Dutzende ranghohe
       Vertreter von Ländern und Organisationen zusammen, um Möglichkeiten für
       einen Frieden auszuloten. Russland ist zu dem Treffen nicht eingeladen.
       (rtr)
       
       ## Putin fordert ukrainischen Truppenabzug für Frieden
       
       Der russische Präsident Wladimir Putin fordert einen Abzug der ukrainischen
       Truppen aus den von Russland annektierten Gebieten als Voraussetzung für
       eine mögliche Friedenslösung. Wenn die Ukraine außerdem einer
       Mitgliedschaft in der Nato abschwöre, sei Russland sofort bereit, das Feuer
       einzustellen und zu verhandeln. Das sagte Putin am Freitag in Moskau bei
       einem Auftritt im russischen Außenministerium. Seine Rede zielte sichtbar
       auf den derzeitigen G7-Gipfel in Italien sowie auf die Friedenskonferenz
       zur Ukraine in der Schweiz an diesem Wochenende ab.
       
       Die Zugehörigkeit der ukrainischen Verwaltungsgebiete Donezk, Luhansk,
       Saporischschja und Cherson zu Russland stehe nicht mehr infrage, sagte
       Putin. Die Ukraine solle ihre Armee aus den Teilen dieser Gebiete
       zurückziehen, die sie bislang noch kontrolliere. Der Kremlchef sprach von
       Minimalforderungen Russlands, um den Konflikt nicht einzufrieren, sondern
       endgültig zu lösen.
       
       Gleichzeitig wiederholte er alle Forderungen, die er schon zu Beginn des
       von ihm befohlenen Angriffskrieges im Februar 2022 aufgestellt hatte. Es
       gehe um eine neutrale, blockfreie, und atomwaffenfreie Ukraine, sagte
       Putin. Außerdem solle die Ukraine abrüsten. Sie müsse „denazifiziert“
       werden – worunter Russland eine ihm genehme Führung in Kiew versteht.
       Russland hält derzeit einschließlich der bereits 2014 annektierten
       Halbinsel Krim etwa ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes besetzt.
       (dpa)
       
       ## Biden und Meloni wollen Russland weitere Kosten auferlegen
       
       US-Präsident Joe Biden und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia
       Meloni wollen Russland für seinen Angriffskrieg in der Ukraine weitere
       Kosten auferlegen. Es würden alle verfügbaren Optionen verfolgt, um dieses
       Ziel zu erreichen, teilten beide in einer gemeinsamen Erklärung mit. Dies
       gelte auch für all diejenigen, die die russische Kriegsmaschinerie
       unterstützten. Zudem begrüßten Biden und Meloni die Vereinbarung der
       G7-Staaten, der Ukraine einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar zu
       gewähren, der mit Zinsen auf eingefrorene russische Gelder abgesichert
       wird.
       
       Beide Politiker erörterten auch Möglichkeiten zur Stärkung der
       wirtschaftlichen Sicherheit und ihre Reaktion auf wirtschaftliche Nötigung
       und betonten den gegenseitigen Handel und Investitionen. Sie betonten, es
       sei dringend notwendig, eine Waffenruhe im Gazastreifen und eine Rückkehr
       der israelischen Geiseln aus der Gewalt der militant-islamistischen Hamas
       zu vereinbaren.
       
       Die gemeinsame Erklärung enthielt keinen Hinweis darauf, dass die Biden und
       Meloni über das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch sprachen. Zuvor
       verlautete aus EU-Kreisen, dass das Thema Abtreibung in der
       Abschlusserklärung der G7 auf Wunsch der italienischen Regierung nicht
       erwähnt werden würde. (ap)
       
       ## Nato hat 500.000 Soldaten in erhöhter Bereitschaft
       
       Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die Nato
       inzwischen 500.000 Soldaten in erhöhter Bereitschaft. Das teilte
       Bündnis-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag nach einem
       Verteidigungsministertreffen in Brüssel mit. Das sind 200.000 mehr, als das
       Bündnis auf seinem Gipfeltreffen in Madrid Ende Juni 2022 vereinbart hatte.
       
       Die Nato-Länder hatten sich nach der russischen Invasion in der Ukraine im
       Februar 2022 darauf geeinigt, die Zahl der Truppen, die innerhalb von 30
       Tagen mobilisiert werden können, stark zu erhöhen. In Madrid hatte sich das
       Bündnis 300.000 Kräfte als Ziel gesetzt. Diese Zahl ist nun bei Weitem
       übertroffen. Eine schnellere Mobilisierbarkeit der Truppen ist Teil der
       Verteidigungspläne gegen einen möglichen russischen Angriff.
       
       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Rande des
       Treffens: „Deutschland hat zugesagt, dass im Ernstfall innerhalb von 10 bis
       30 Tagen, also in den beiden höchsten Bereitschaftsstufen, 35.000
       Soldatinnen und Soldaten eingesetzt werden können.“ „Lücken“ räumte
       Pistorius aber erneut bei der Luftverteidigung ein. Die Bundesregierung hat
       deshalb eine Initiative für eine europäische Luftabwehr (European Sky
       Shield, Essi) ins Leben gerufen, die bisher 21 Mitglieder hat. (afp)
       
       ## Ukraine erhält 254 Soldatenleichen zurück
       
       Die Ukraine hat 254 Leichen ihrer Soldaten aus Russland zurückbekommen. Das
       teilte der zuständige Koordinierungsstab in Kiew am Freitag mit. Fotos zu
       einem Post auf Telegram zeigten mehrere weiße Lastwagen an einem
       ungenannten Kontrollposten. Den Bildern nach war das Internationale Komitee
       vom Roten Kreuz an der Rückgabe beteiligt. Die ukrainische Behörde nannte
       noch mehrere beteiligte Ministerien und Institutionen. 221 der getöteten
       Soldaten hätten im Osten im Gebiet Donezk gekämpft, andere seien bei
       Kämpfen in den Gebieten Saporischschja und Luhansk getötet worden.
       
       Angaben zu einer Rückgabe getöteter russischer Soldaten wurden nicht
       gemacht. Die toten ukrainischen Soldaten sollten zunächst identifiziert
       werden, hieß es. Dann würden sie ihren Familien zur Beerdigung übergeben.
       In dem seit mehr als zwei Jahren dauernden russischen Angriffskrieg gegen
       die Ukraine sind Verhandlungen über die Rückgabe von Toten oder den
       Austausch von Gefangenen einer der wenigen Gesprächsfäden zwischen den
       verfeindeten Seiten. (dpa)
       
       ## Nato übernimmt Koordinierung der Waffenlieferungen
       
       Die Nato übernimmt künftig eine stärkere Koordination der Waffenlieferungen
       an die Ukraine. Das kündigte der Generalsekretär des Militärbündnisses,
       Jens Stoltenberg, am Freitag in Brüssel nach dem Treffen der
       Nato-Verteidigungsminister an. Ziel sei es, die Hilfe für die Ukraine auch
       dann verlässlich planen zu können, sollte Donald Trump nächster
       US-Präsident werden. Bisher wurden die Lieferungen vor allem im Rahmen des
       von den USA geleiteten Ramstein-Formats koordiniert.
       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius begrüßte den Schritt. Der
       Ausbau einer koordinierenden Rolle der Nato bei Lieferungen und der
       Ausbildung ukrainischer Soldaten sei ein weiterer wichtiger Schritt, sagte
       er.
       
       Die Übertragung der Aufgaben auf die Nato soll auf ihrem Gipfel im Juli in
       Washington formalisiert werden. Ungarn hatte in dieser Woche seinen
       Widerstand gegen ein militärisches Unterstützungspaket für die Ukraine
       aufgegeben, das die Nato dann ebenfalls verabschieden will. Es umfasst neue
       finanzielle Zusagen. (rtr)
       
       ## Nato baut Hauptquartier für Ukraine-Einsatz in Deutschland auf
       
       Das Hauptquartier für den geplanten Nato-Einsatz zur Koordinierung von
       Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen
       Streitkräfte wird in Deutschland angesiedelt. Wie die Deutsche
       Presse-Agentur am Freitag aus Bündniskreisen erfuhr, ist Wiesbaden als
       Standort vorgesehen. Dort ist auch die Basis der US-Streitkräfte in Europa,
       die bislang die Koordinierungsaufgaben wahrnehmen. Geleitet werden soll der
       Einsatz von einem Drei-Sterne-General, der direkt an den Oberbefehlshaber
       der Nato-Streitkräfte in Europa berichtet.
       
       Der Operationsplan für den neuen Nato-Einsatz war am Donnerstag vom
       Nordatlantikrat im schriftlichen Verfahren beschlossen worden. Er wurde
       dann am Freitag von den Verteidigungsministern bestätigt. Die
       Unterstützungsaufgaben werden bislang federführend von den Vereinigten
       Staaten wahrgenommen. Diese hatten dafür Ende 2022 im Europa-Hauptquartier
       der US-Streitkräfte im hessischen Wiesbaden eine rund 300 Soldaten starke
       Einheit mit dem Namen Security Assistance Group-Ukraine (SAG-U) aufgebaut.
       (dpa)
       
       ## Putin: Verwendung von russischen Vermögen ist „Diebstahl“
       
       Russlands Präsident Wladimir Putin hat das Einfrieren russischer
       Vermögenswerte im Ausland sowie die Verwendung zur Unterstützung der
       Ukraine als „Diebstahl“ bezeichnet. „Die westlichen Länder haben einen Teil
       der russischen Vermögenswerte und Devisenreserven eingefroren“, sagte der
       Kremlchef am Freitag vor Führungskräften des russischen Außenministeriums.
       „Und nun denken sie über eine Rechtsgrundlage nach, um sich diese endgültig
       anzueignen.“ Trotz aller Beschönigungen sei „Diebstahl immer noch Diebstahl
       und wird nicht ungestraft bleiben“, sagte Putin weiter. (afp)
       
       ## USA und Ukraine schließen Sicherheitsabkommen
       
       Die USA und die Ukraine schließen ein Sicherheitsabkommen mit einer
       Laufzeit von zehn Jahren. Die Amerikaner sagen Kiew darin unter anderem
       weitere militärische Unterstützung, Kooperation mit Blick auf die
       Rüstungsindustrie und den Austausch von Geheimdienstinformationen zu. Mit
       dem Abkommen sichern die Vereinigten Staaten weitere Hilfe gegen den
       Angriffskrieg Russlands und potenzielle künftige Attacken zu, ohne jedoch
       Sicherheitsgarantien zu geben. Die USA wollen dem Partnerland außerdem
       helfen, fit zu werden für eine Nato-Mitgliedschaft. (dpa)
       
       ## Ukraine kann auf weitere Patriots hoffen
       
       US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine Hoffnung auf eine Stärkung ihrer
       Luftverteidigung durch weitere Patriot-Systeme aus dem Ausland gemacht. Es
       gebe von fünf Ländern Zusagen für Patriot-Batterien und andere
       Flugabwehrsysteme, sagte Biden bei einer Pressekonferenz im
       süditalienischen Fasano.
       
       Um die Ukraine mit Patriot-Abwehrsystemen zu versorgen, lassen die USA
       andere Rüstungskunden warten, wie Biden bei der Pressekonferenz mit
       Selenskyj sagte. „Alles, was wir haben, wird an die Ukraine gehen, bis ihr
       Bedarf gedeckt ist.“ Erst danach würden die Aufträge erfüllt.
       
       Der ukrainische Präsident sagte, die Partner wüssten, dass sein Land
       mindestens sieben solcher Systeme brauche. „Wir haben die Möglichkeit
       erörtert, fünf davon zu bekommen, das ist wahr, und die Partner arbeiten
       daran“, sagte er. Die Waffensysteme seien nicht direkt morgen zu erwarten,
       aber doch in naher Zukunft. Biden sagte: „Sie werden relativ schnell welche
       bekommen.“
       
       Das Patriot-Flugabwehrraketensystem zählt zu den modernsten der Welt. Mit
       ihm können feindliche Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper
       bekämpft werden. Deutschland hat zwei Systeme zur Verfügung gestellt und
       ein weiteres zugesagt. Die USA haben bislang ein System zur Verfügung
       gestellt. Es wird erwartet, dass die USA in den kommenden Tagen eine zweite
       Patriot zusagen könnten. Entsprechende Medienberichte hat die US-Regierung
       jedoch bislang nicht bestätigt. Die westlichen Verbündeten der Ukraine
       versuchen derzeit, weitere Patriot-Systeme für das angegriffene Land zu
       organisieren. (dpa)
       
       ## Selenskyj rechnet mit US-Unterstützung auch unter Trump
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj glaubt nicht, dass sich die
       US-Unterstützung mit einer möglichen Wahl des Präsidentschaftskandidaten
       der Republikaner Donald Trump ändern wird. „Wenn das Volk hinter uns steht,
       wird jeder Führer in diesem Kampf für die Freiheit hinter uns stehen“,
       antwortete Selenskyj auf Fragen zum neuen Sicherheitsabkommen der Ukraine
       mit den USA. Die Menschen unterstützten die Ukraine wegen ihrer gemeinsamen
       Werte und ihrer Empathie für das ukrainische Volk. Donald Trump hat sich
       wiederholt skeptisch über den fortgesetzten Kampf der Ukraine geäußert und
       einmal gesagt, dass er den Konflikt an seinem ersten Tag im Amt beenden
       würde. (rtr)
       
       ## Ukrainischer Botschafter: Mehr als 100 Zusagen
       
       Nach Angaben des ukrainischen Botschafters in Deutschland haben mehr als
       hundert Länder ihre Teilnahme an der bevorstehenden Friedenskonferenz in
       der Schweiz zugesagt. „Es ist schon ein Erfolg, dass so viele Staats- und
       Regierungschefs und Vertreter von Ländern nicht nur aus Europa, sondern aus
       der ganzen Welt in die Schweiz kommen und über die Grundlagen einer
       möglichen künftigen Friedensruhe sprechen“, sagte Botschafter Oleksii
       Makeiev am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“.
       
       Die Ukraine sei auch zu Gesprächen mit Russland bereit, sobald Moskau seine
       Offensive beende und seine Truppen zurückziehe, sagte Makeiev. „Russland
       kann diesen Krieg sofort beenden.“ Kreml-Chef Wladimir Putin strebe aber
       „die Vernichtung der Ukraine“ an.
       
       Verhandlungen mit Russland müssten aus einer „Position der Stärke“ geführt
       werden, anstatt darauf zu setzen, dass die Ukraine Kompromisse eingehe und
       auf Teile ihres Territoriums verzichte, sagte der Botschafter weiter. Er
       bezeichnete Russland als „eine Riesengefahr“ nicht nur für die Ukraine,
       sondern auch für andere Nachbarländer und ganz Europa. (afp)
       
       ## Russland meldet Abschuss von 87 ukrainischen Drohnen
       
       Russland hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht zum Freitag 87
       ukrainische Drohnen abgeschossen. 70 von ihnen seien in der südlichen
       Region Rostow abgewehrt worden, teilte das Verteidigungsministerium in
       Moskau mit. In der Regionalhauptstadt Rostow am Don liegt das für den
       Militäreinsatz in der Ukraine zuständige Hauptquartier der russischen
       Armee. Nach Angaben von Gouverneur Wassili Golubew wurde bei den
       Drohnenangriffen in der Region Rostow niemand getötet. Es sei in mehreren
       Ortschaften zu Stromausfällen gekommen.
       
       Auch in den Regionen Belgorod, Wolgograd, Woronesch und Kursk sowie über
       der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurden nach russischen Angaben
       Drohnen abgefangen. In der Region Woronesch, die wie Rostow an die Ukraine
       grenzt, wurde laut Gouverneur Alexander Gussew der Tank eines Öllagers
       durch Trümmerteile von Drohnen leicht beschädigt. (afp)
       
       ## Flüchtlinge aus der Ukraine dürfen länger bleiben
       
       Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine können mindestens bis März 2026
       problemlos in der Europäischen Union bleiben. Die EU-Staaten beschlossen in
       Luxemburg, Sonderregeln für den vorübergehenden Schutz von Ukrainerinnen
       und Ukrainern in der EU zu verlängern. „Wir werden weiterhin Menschenleben
       retten“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser.
       
       In der Bundesrepublik sei mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine
       untergekommen. „Deutschland hat gemeinsam mit Polen und Tschechien mehr als
       die Hälfte der Geflüchteten aus der Ukraine aufgenommen“, teilte die
       SPD-Politikerin mit. Es brauche also eine bessere Verteilung innerhalb der
       EU. Nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat waren in den 27 EU-Staaten
       zuletzt rund 4,2 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine registriert.
       Zahlenmäßig nimmt Deutschland die meisten von ihnen auf; im Verhältnis zur
       Einwohnerzahl ist die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge aber in Ländern wie
       Tschechien, Litauen und Polen deutlich höher. (dpa)
       
       ## G7 wollen Ukraine mit Russland-Geld langfristig stärken
       
       Mit gewaltigen Finanzzusagen, einem Sicherheitsabkommen und Sanktionen
       wollen die USA mit ihren G7-Verbündeten der Ukraine neue Stärke verleihen.
       Ziel ist es, das von Russland angegriffene Land langfristig abzusichern.
       Die sieben großen Industriestaaten einigten sich bei ihrem Gipfel auf einen
       milliardenschweren Kredit, der mit Zinserträgen aus eingefrorenem
       russischen Staatsvermögen abgezahlt werden soll. Bundeskanzler Olaf Scholz
       sagte, das Geld werde es der Ukraine ermöglichen, alles zu finanzieren, was
       militärisch und beim Wiederaufbau nötig sei. (dpa)
       
       ## Streit in der Bundesregierung wegen Sanktionen
       
       Innerhalb der Bundesregierung gibt es Streit über die deutsche
       Positionierung zu geplanten neuen Russland-Sanktion der EU. Nach
       dpa-Informationen sieht das Auswärtige Amt Vorbehalte des Kanzleramts gegen
       das Sanktionspaket inwischen als problematisch an. Hintergrund ist, dass
       Deutschland damit zuletzt alleine dastand. Zuvor war bekanntgeworden, dass
       der ständige Vertreter der Bundesrepublik bei der EU bis zuletzt nicht die
       Erlaubnis aus Berlin hatte, dem nächsten Sanktions-Paket zuzustimmen. (dpa)
       
       ## Journalist des russischen Staatsfernsehens getötet
       
       Ein Journalist des russischen Staatssenders NTV ist nach Angaben seines
       Senders bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der von Russland besetzten
       Ostukraine getötet worden. Ein weiterer Journalist und ein die Reporter
       begleitender Offizier seien bei dem Angriff in Holmiwskyj, einem von
       Russland kontrollierten Dorf nahe der Frontlinie in der ostukrainischen
       Region Donezk, verletzt worden, berichtete der Sender NTV am Donnerstag.
       
       „Der NTV-Journalist und Kameramann Waleri Koschin und der NTV-Korrespondent
       Alexej Iwlijew wurden verletzt. Vorläufigen Berichten zufolge wurden die
       Journalisten von einer Drohne angegriffen“, berichtete der Sender. Beide
       seien in ein Krankenhaus in der Stadt Horliwka gebracht und operiert
       worden, Koschin „konnte aber nicht gerettet werden“.
       
       Journalisten der russischen Staatsmedien begleiten die russischen Truppen
       oft an der Front, ihre Reportagen über den „militärischen Spezialeinsatz“
       dienen der Unterstützung der offiziellen Linie und stellen russische
       Soldaten als „Helden“ dar. Der russische Sender NTV gehört Gazprom Media,
       der Rundfunk- und Medientochter des staatlichen Gaskonzerns Gazprom. (afp)
       
       ## Japan und Ukraine beschließen Hilfsvereinbarung
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der japanische
       Ministerpräsident Fumio Kishida haben am Rande des G7-Gipfels im Süden
       Italiens am Donnerstag eine Zehn-Jahres-Vereinbarung zur Unterstützung des
       von Russland angegriffenen Landes unterzeichnet. Sie sieht vor, dass Japan
       der Ukraine in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung, humanitäre Hilfe,
       Wiederaufbau, Technologie und Finanzen unter die Arme greift.
       
       Selenskyj sagte, in diesem Jahr werde Japan seinem Land mehr als vier
       Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Im von der japanischen Botschaft in
       Italien veröffentlichten Text des Abkommens hieß es, Japan habe der Ukraine
       seit März 2022 mehr als elf Milliarden Euro an humanitären und anderen
       Hilfen zugesagt und bereitgestellt.
       
       Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass Japan die Ukraine mit
       nicht-tödlicher Ausrüstung und Gütern unterstützt, im Bereich der
       Nachrichtendienste mit ihr zusammenarbeitet, ihr beim Wiederaufbau und der
       Erholung von den Kriegsfolgen hilft sowie Hilfen im medizinischen und
       gesundheitlichen Bereich anbietet. (ap)
       
       ## Selenskyj: China hat Verzicht auf Waffenverkauf an Russland zugesagt
       
       Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge hat Chinas
       Staatschef Xi Jinping zugesagt, keine Waffen an Russland zu verkaufen. „Ich
       habe mit dem chinesischen Staatschef telefoniert. Er sagte, dass er keine
       Waffen an Russland verkaufen wird. Wir werden sehen“, sagte Selenskyj am
       Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden
       am Rande des G7-Gipfels in Süditalien. Selenskyj fügte an: „Er hat mir sein
       Wort gegeben.“ (ap)
       
       ## Macron sieht Frankreichs Hilfe nicht gefährdet
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht die Hilfe seines Landes für die
       von Russland angegriffene Ukraine auch bei einem Sieg der französischen
       Rechtspopulisten bei der Parlamentswahl nicht in Gefahr. „Das Wort
       Frankreichs ist an den Präsidenten der Republik gebunden“, sagte Macron am
       Donnerstagabend am Rande des G7-Gipfels im italienischen Bari. „Unser Wort
       wird sich nicht ändern“, sagte Macron, selbst für den Fall, dass das rechte
       Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen in Regierungsverantwortung
       gelange. International sehe er sich durch die Auflösung der
       Nationalversammlung und die angesetzten Neuwahlen nicht geschwächt. (dpa)
       
       ## Rheinmetall weist Kritik an Sponsoring zurück
       
       Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Kritik an seinem Sportsponsoring
       zurückgewiesen. Die Werbeverträge sollten eine Debatte anstoßen, „ob solch
       ein Engagement eines Rüstungskonzerns nun, nach der Zeitenwende, normal ist
       oder eben noch nicht“, sagte Peter Sebastian Krause als Personalvorstand
       des Düsseldorfer Dax-Unternehmens der „Süddeutschen Zeitung“. Bislang sei
       die Resonanz sehr erfreulich, sagte der Manager. Rheinmetall hatte zuletzt
       Verträge mit Champions-League-Finalist Borussia Dortmund und
       Eishockey-Traditionsclub Düsseldorfer EG abgeschlossen.
       
       Nach Bekanntgabe des Rheinmetall-Deals hatte es große Kritik für den BVB
       gegeben. Pazifisten, Menschenrechtsorganisationen und auch Teile der Fans
       hatten die Dortmunder dafür kritisiert, dass sie Geld von einem
       Rüstungskonzern nehmen. (dpa)
       
       14 Jun 2024
       
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       Rund 5.000 Tiere evakuierte man spektakulär im Charkiwer Zoo beim ersten
       russischen Großangriff. Jetzt ist der Wiederaufbau erneut in Gefahr.
       
 (DIR) Ukraine-Kurs nach SPD-Niederlage: Wahlpleite mit Friedensplakat
       
       Die Inszenierung von Kanzler Olaf Scholz als ruhiger Pol zwischen lauter
       Hitzköpfen ist gescheitert. Was heißt das für die künftige Ukraine-Politik?