# taz.de -- Polnisch-russische Grenze: Großeinsatz an Grenze zu Kaliningrad nach Geheimdienstwarnung
       
       > Polens Regierungschef Tusk spricht von möglichen Provokationen an der
       > Grenze zu Russlands Exklave und Menschen mit Taschenlampen. Was steckt
       > dahinter?
       
 (IMG) Bild: Soldaten der Bundeswehr und der polnischen Armee verlegen Panzersperren an Polens Grenze zu Kaliningrad
       
       dpa | In Polen haben Polizei, Grenzschutz und Militär einen großangelegten
       Einsatz an der Grenze zur [1][russischen Exklave Kaliningrad] begonnen. Es
       habe von den Geheimdiensten sehr genaue Informationen gegeben, wonach es
       zum Eindringen bewaffneter Menschen auf das polnische Staatsgebiet kommen
       könne, sagte Regierungschef Donald Tusk in Warschau.
       
       „Kurz nach Mitternacht bekam ich die Information, dass an der
       polnisch-russischen Grenze beunruhigende Bewegungen beobachtet werden“,
       sagte Tusk weiter. Unter anderem seien Personen mit Taschenlampen nahe der
       Grenze unterwegs gewesen. Durch schnelle Aktionen der Einsatzkräfte seien
       Provokationen verhindert worden.
       
       ## Nato-Oberbefehlshaber bestätigte Berichte
       
       Nach Angaben von Tusk hatten die Geheimdienste schon seit längerem davor
       gewarnt, dass feindliche Dienste Anfang November Provokationen an der
       Grenze planen. Diese Informationen habe ihm auch der Nato-Oberbefehlshaber
       Alexus Grynkewich bestätigt.
       
       Das EU- und Nato-Mitglied Polen teilt sich mit der russischen Exklave
       Kaliningrad eine 232 Kilometer lange Grenze. Dieses hochgerüstete Gebiet
       ist von den Nato-Mitgliedern Polen und Litauen umgeben und gilt als
       „Moskaus unsinkbarer Flugzeugträger“.
       
       Erst im Sommer gab es US-Medienberichte über neue Geheimdienstinfos
       darüber, dass der [2][russische Präsident Wladimir Putin] innerhalb der
       nächsten Jahre versuchen könnte, die Entschlossenheit der Nato mit einem
       begrenzten Angriff auf ein Bündnisland zu testen. Mögliche Szenarien
       reichen von einer Cyberattacke bis zu einem klein angelegten Eindringen von
       Soldaten in nicht gekennzeichneten Uniformen in ein Nato-Land.
       
       3 Nov 2026
       
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