# taz.de -- Haftstrafe für iranischen Regisseur: Palme-d’or-Gewinner im Iran verurteilt
       
       > Der Regisseur Jafar Panahi ist im Iran laut einem Bericht zu über fünf
       > Jahren Haft verurteilt worden. Sein Vermögen soll beschlagnahmt werden.
       
 (IMG) Bild: Jafar Panahi, hier bei seiner Eröffnungsrede des 38. Europäischen Filmpreises in Berlin im Januar 2026
       
       dpa | Der [1][renommierte iranische Regisseur Jafar Panahi] ist einem
       Bericht zufolge in Abwesenheit zu fünf Jahren und einem Monat Haft
       verurteilt worden. Das berichtet die Zeitung Emtedad unter Berufung auf
       Panahis Anwalt Mostafa Nili.
       
       Ein Revolutionsgericht in Teheran ordnete demnach außerdem die
       Beschlagnahmung des gesamten Vermögens an und verhängte eine zweijährige
       Ausreisesperre sowie ein zweijähriges Verbot, soziale Medien zu nutzen.
       Welche Vorwürfe dem 66-Jährigen in diesem Verfahren gemacht werden, ist
       unklar. Laut Nili liegt es zudem im Ermessen der Behörden, ob die Urteile
       gegen Panahi überhaupt vollstreckt werden.
       
       Panahi war Anfang April in den Iran zurückgereist, kurz nach der
       Oscar-Verleihung. Sein Film „Ein einfacher Unfall“ war dort als Beitrag
       Frankreichs nominiert. „Vergangene Woche teilte mein Mandant mit, dass
       seine Bankkonten gesperrt wurden“, sagte Nili der Zeitung. Als er daraufhin
       mit Panahi zur Teheraner Staatsanwaltschaft ging, erfuhr er vom Urteil. In
       der Akte soll gestanden haben, Panahi lebe im Ausland.
       
       Zuvor war Panahi bereits wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem Jahr
       Haft verurteilt worden. Als zentralen Beweis führte ein Gericht seinen
       heimlich gedrehten [2][Film „Ein einfacher Unfall“] an. [3][Das Werk gewann
       2025 die Goldene Palme] in Cannes und war zudem für die Golden Globes und
       die Oscars nominiert.
       
       Panahi gilt seit Jahren als prominenter Kritiker des Systems. Er war von
       Juli 2022 bis Februar 2023 inhaftiert. Bereits 2010 erhielt er ein Berufs-
       und Reiseverbot, außerdem durfte er nicht mit der Presse sprechen. Trotzdem
       [4][drehte er heimlich weiter Filme.]
       
       28 Oct 2026
       
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