# taz.de -- Crash von Kryptowährung: Verfahren gegen Javier Milei eingestellt
       
       > Der Vorwurf des Kryptobetrugs gegen den argentinischen Präsidenten ist
       > vorerst vom Tisch. Die Justiz beendet die Ermittlungen. Die Opposition
       > ist empört.
       
 (IMG) Bild: Auch gegen Mileis Schwester Karina war ermittelt worden
       
       dpa | Die argentinische Justiz hat das Verfahren gegen Präsident Javier
       Milei [1][wegen der mutmaßlichen Verwicklung in einen
       Kryptowährungsskandal] eingestellt. Die angezeigten Vorfälle fielen unter
       keinen Straftatbestand, begründete der zuständige Bundesrichter Marcelo
       Martínez de Giorgi die Entscheidung.
       
       Milei war im Vorjahr vorgeworfen worden, die Kryptowährung $Libra in den
       sozialen Medien beworben zu haben, deren Wert nur Stunden später einbrach.
       Anleger verloren Schätzungen zufolge über 200 Millionen US-Dollar. Teile
       der Opposition hatten ein Amtsenthebungsverfahren gefordert.
       
       „Die Welt will in Argentinien investieren. $Libra“, schrieb der libertäre
       Staatschef des südamerikanischen Landes damals auf der Plattform X. Stunden
       später löschte er den Beitrag wieder. „Ich kannte die Details des Projekts
       nicht, und nachdem ich davon erfahren hatte, habe ich beschlossen, es nicht
       weiter zu bewerben“, teilte er später mit.
       
       Aus Sicht von Kritikern hatte Milei damit einen Handel durchgeführt, der
       als „Rug Pull“ bekannt ist – eine Betrugsmasche im Kryptobereich.
       
       ## Keine ausreichenden Anhaltspunkte
       
       Der Richter sieht nun hingegen keine ausreichenden Anhaltspunkte, um eine
       strafrechtliche Anklage wegen Betrugs, Amtsmissbrauchs oder sonstiger mit
       dem öffentlichen Amt unvereinbarer Handlungen zu erheben – eine Ansicht,
       die zuvor bereits die Staatsanwaltschaft vertreten hatte.
       
       Ermittelt wurde auch gegen Karina Milei (53), die Schwester des
       Staatschefs, die als Generalsekretärin des Präsidialamtes fungiert, sowie
       gegen weitere Personen.
       
       ## Opposition mit harscher Kritik
       
       [2][Der gerade 56 Jahre alt gewordene Milei] meldete sich nach
       Bekanntwerden der Entscheidung zu Wort: Diese entlarve eine „enorme
       politische und mediale Operation, deren einziges Ziel darin bestand, das
       Amt des Präsidenten aus politischen, putschistischen Gründen zu
       beschädigen“. Die Justiz habe jetzt die Dinge wieder ins Lot gebracht. „Wer
       entschädigt mich für ein Jahr, acht Monate und neun Tage voller Lügen,
       Verleumdungen und Beleidigungen?“, fragte er rhetorisch auf X.
       
       Kritik gab es seitens der Opposition: „In unserem Land gibt es keine
       Gerechtigkeit. Die Justiz wird von einer Mafia beherrscht, die im Dienste
       der Macht steht“, schrieb die linksperonistische Nachwuchsorganisation „La
       Cámpora“ auf X. Diese steht der [3][einstigen Staatschefin Cristina
       Fernández de Kirchner] nahe, die sich derzeit aufgrund einer Verurteilung
       wegen Korruption in Hausarrest befindet.
       
       24 Oct 2026
       
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