# taz.de -- Schüsse aus Auto in Frankreich: Ein Toter, vier Verletzte
> Ein Mann in einem Auto hat in Gemeinden bei Paris auf offener Straße
> mehrere Schüsse abgefeuert. Es soll mindestens einen Toten und vier
> Verletzte geben.
(IMG) Bild: Die Polizei am Tatort: In Trappes bei Paris wurde ein Mensch aus einem fahrenden Auto heraus erschossen
dpa/afp | Ein Mann in einem Auto hat in Gemeinden bei Paris auf offener
Straße mehrere Schüsse abgefeuert. Es gebe mindestens einen Toten und vier
Verletzte, teilte die französische Nationalpolizei mit. Der Mann aus dem
Wagen sei festgenommen worden.
Nach dem Schusswaffenvorfall auf offener Straße hat die französische
Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie habe ein
Ermittlungsverfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer
terroristischen Vereinigung“ eingeleitet, teilte die
Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Tat sei zudem „aufgrund
der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen
Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden, teilte die
Staatsanwaltschaft weiter mit.
Die Ermittlungen betreffen außerdem den Tatbestand des „Besitzes einer
Waffe der Kategorie A“, zu der insbesondere automatische Waffen gehören,
die Salven abgeben, sowie der „Beteiligung an einer terroristischen
kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung von Verbrechen gegen
Menschen“. Auch der französische Innenminister Laurent Nuñez gab an, dass
der Verdächtige mit einer automatischen Waffe geschossen habe.
Den Angaben zufolge eröffnete der Mann am Vormittag in Trappes westlich von
Paris und im nahegelegenen La Verrière das Feuer. Vier Menschen wurden bei
dem Vorfall verletzt, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Bürgermeister
von Trappes, Ali Rabeh, sagte, ein zwölfjähriges Kind sei in La Verrière
„schwer verletzt“ worden. Der Schütze wurde nach Angaben aus Polizeikreisen
kurz danach im nahegelegenen Coignières festgenommen. Nach Angaben der
örtlichen Behörden kann sich die Opferzahl noch ändern.
Laut Nuñez schoss der Verdächtige an drei verschiedenen Orten aus dem Wagen
heraus. Dem Sender BFMTV sagte Bürgermeister Rabeh, der Mann habe
offensichtlich wahllos geschossen und ein „Blutbad“ anrichten wollen. Das
Todesopfer sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr sei
zudem „maghrebinischer Herkunft“. Die Stadt wollte eine psychologische
Betreuungsstelle einrichten.
Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf der Plattform X tief erschüttert
wegen der Attacke und sprach den Sicherheitskräften seine Anerkennung aus.
Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall als sehr ernst. Alle
Ressourcen der Sicherheitskräfte und der Justiz seien in vollem Umfang
mobilisiert, erklärte er im Onlinedienst X.
Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am
Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im
Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte
wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude
in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten
nächtliche Ausgangssperren verhängt.
23 Oct 2026
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