# taz.de -- Wie Berlin sauberer wird: Drei Parteien gegen den Müll
> Rot-Grün-Rot möchte der Vermüllung in Berlin entgegenwirken. Auch das
> Zero-Waste-Ziel soll weiterentwickelt werden. Schon jetzt produzieren die
> Berliner weniger Müll.
(IMG) Bild: Getrennt sieht anders aus
Die sondierenden Berliner Parteien wünschen sich eine Stadt, die „sicher
funktioniert“. So steht es im Sondierungspapier von Rot-Grün-Rot. Die
Koalitionäre in spe planen die schwerpunktmäßige Reinigung von Spielplätzen
und Grünflächen. An speziellen Tagen beabsichtigen sie, Sperrmüll kostenlos
abholen zu lassen. „Den Einstieg in eine kostenlose Sperrmüllabholung
erproben wir in einem Pilotprojekt“, heißt es. [1][In besonders vermüllten
Kiezen] wollen sie darüber hinaus den Einsatz der Berliner
Stadtreinigungsbetriebe (BSR) stärken.
Weiter vorn in der Abfallkette planen die drei Parteien ebenfalls
Veränderungen. Das bestehende Abfallwirtschaftskonzept mit dem Fernziel
Zero-Waste (kein Müll) möchten sie weiterentwickeln und die
Recyclinginfrastruktur ausbauen. Außerdem will Rot-Grün-Rot die
[2][Einführung einer Verpackungssteuer] prüfen lassen. Eine solche Steuer
würde das Land auf Einwegprodukte erheben, die Getränke und Speisen
verpacken.
Die Zero-Waste-Strategie hat das Berliner Abgeordnetenhaus bereits im Juni
2021 beschlossen. Das Konzept für die Abfallwirtschaft soll Schritt für
Schritt eine Kreislaufwirtschaft in Berlin entwickeln. Für 2030 schrieb der
Senat damals drei Ziele fest. Bis dahin sollen 64 Prozent der Bauabfälle
und 2.600 Tonnen Phosphor recycelt werden. Zudem soll die Menge an
Restabfall um 20 Prozent gesenkt werden.
## Weniger Müll trotz größer werdender Stadt
Der größte Teil dieser Maßnahmen befindet sich zumindest schon in der
Umsetzung, schrieb der amtierende Berliner Senat zuletzt in einer
Pressemitteilung. Vor allem das Aufkommen an Haus- und Geschäftsmüll hat
sich von 2024 auf 2025 um zwei Prozent verringert – obwohl die Stadt um
17.000 Menschen angewachsen ist.
Laut der Entsorgungsbilanz der BSR produzierten Berlinerinnen und Berliner
im vergangenen Jahr 775.613 Tonnen Haus- und Geschäftsmüll. Im Vergleich zu
2020 hat sich die Menge eigenen Berechnungen zufolge um 4,5 Prozent
verringert. Ute Bonde (CDU), Senatorin für Verkehr, Klima und Umwelt, sagt:
„Beim Haus- und Geschäftsmüll erreichen wir die Werte, die wir uns
vorgenommen haben.“ Berlin sei demnach „auf Kurs“.
Die Recyclingbilanz fällt gemischter aus. Die stoffliche Verwertung ist
laut der aktuellsten Daten gesunken. 2022 lag die Rate bei 53 Prozent, im
Jahr 2023 nur noch bei 47 Prozent. Damit befindet sie sich sogar knapp
unter dem Niveau von 2020 (48 Prozent).
22 Oct 2026
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## AUTOREN
(DIR) Malte Steinmüller
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