# taz.de -- Neuseelands Vogel des Jahres: Winzig, niedlich und sehr rund
       
       > Weltweit stimmen Menschen über Neuseelands Vogel des Jahres ab. Gewonnen
       > hat dieses Jahr der Chathamschnäpper. Er ist vor allem: kugelförmig.
       
 (IMG) Bild: Der extrem seltene Vogel, der Chathamschnäpper, ist in Neuseeland zum Vogel des Jahres 2026 gewählt worden
       
       dpa/afp | Rekord-Wahlbeteiligung in Neuseeland: Rund 105.000 Menschen haben
       nach Angaben der Umweltschutzorganisation Forest and Bird an der Wahl zum
       Vogel des Jahres teilgenommen, die der gefährdete Chathamschnäpper gewonnen
       hat.
       
       Wie die Organisatorin Rebecca Hatch am Montag mitteilte, bekam der kleine
       schwarze Vogel mehr als 26.000 Stimmen – und sicherte sich damit den
       Spitzenplatz vor dem beliebten Kakapo, der als dickster Papagei der Welt
       bekannt ist, und dem auch als Maorifalken bekannten Karearea.
       
       Der Sieg des Karure ist dabei mehr als eine unterhaltsame Internetwahl: Die
       Art verkörpert eine der [1][großen Erfolgsgeschichten des Tierschutzes].
       1980 gab es weltweit nur noch fünf Exemplare, darunter lediglich ein
       fruchtbares Weibchen. Von einem einzigen Zuchtpaar, Old Blue und Old
       Yellow, ausgehend gelang es Naturschützern, die Population wieder
       aufzubauen. Heute leben rund 350 erwachsene Karure auf zwei vor
       eingeschleppten Fressfeinden geschützten Eilanden, die zu den Chathaminseln
       vor der Küste Neuseelands gehören.
       
       Die Online-Abstimmung zum neuseeländischen Vogel des Jahres erfreut sich
       seit Jahren auch international großer Beliebtheit. 2019 gab es Proteste
       gegen mutmaßliche russische Einflussnahme, weil hunderte Stimmen auf
       russische IP-Adressen zurückgingen. Die Organisatoren stuften die meisten
       Stimmen aber als zulässig ein, am Sieg des Gelbaugenpinguins änderte sich
       nichts.
       
       ## 2019 Angst vor russischer Einflussnahme
       
       Die Abstimmung verbindet [2][Vogelschutz] mit einer augenzwinkernden
       „Wahlkampagne“: Der Einsatz für bestimmte Vögel während des zweiwöchigen
       Votums ist längst zu einem Kulturphänomen geworden – mit Memes, Kostümen
       und viel Online-Trubel.
       
       2023 gewann der in Neuseeland Puteketeke genannte Haubentaucher, nachdem
       der Moderator der US-Late-Night-Show „Last Week Tonight“, John Oliver, für
       den Wasservogel geworben hatte.
       
       „Aber dahinter steckt eine ernste Botschaft“, sagte die Sprecherin von
       Forest and Bird, Rebecca Hatch. „80 Prozent unserer Vogelarten sind
       [3][gefährdet oder sogar stark bedroht].“ Das zeige sich auch an der Spitze
       des Wettbewerbs: Acht der zehn bestplatzierten Arten seien in großer
       Gefahr.
       
       21 Sep 2026
       
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