# taz.de -- Debatte um hohe Spritpreise: Regierung verhandelt über Tankrabatt
> Die Bundesregierung verhandelt über Entlastungen beim Tanken. Die
> Energiesteuer könnte um 14 Cent sinken, auch ein Spritpreisdeckel ist im
> Gespräch.
(IMG) Bild: Teure Aussichten an der Tankstelle: Die Bundesregierung sucht nach Wegen, die Spritpreise zu drücken
Kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin verhandelt
die Bundesregierung am Freitagabend, wie sich der Benzin- und Dieselpreis
[1][mit politischen Mitteln] senken lasse. Ohne dass eine endgültige
Einigung bekannt wurde, ging es wohl unter anderem um eine Kombination aus
Tankrabatt und Spritpreisdeckel. Union und SPD haben es jetzt eilig, weil
für das gute Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor
zwei Wochen auch [2][die hohen Treibstoffkosten] eine Rolle gespielt haben
dürften.
Wegen des Irankrieges und der Preispolitik der Ölkonzerne erreichten die
[3][Preise an den Tankstellen] während der vergangenen Tage rund 2,45 Euro
pro Liter Diesel und 2,30 Euro für E10-Benzin. Eine Tankfüllung kann dann
120 Euro oder mehr kosten.
Die Details einer Einigung waren am Abend noch unklar. Der Tankrabatt solle
zum 1. Oktober starten und bis zum Jahresende gelten, hieß es in
Medienberichten. Dafür könnte die Energiesteuer um 14 Cent pro Liter
sinken. Zusammen mit der entsprechend niedrigeren [4][Mehrwertsteuer] würde
die Entlastung etwa 18 Cent pro Liter betragen. Der größte Teil dürfte bei
den Autofahrer:innen ankommen, die Tankstellenunternehmen werden aber
wohl auch einen Teil einbehalten.
Von Mai bis Juni 2026 gab es bereits eine ähnliche Subventionierung des
Treibstoffs. Die mögliche Entlastung durch die abgesenkte Energiesteuer
betrug damals rund 17 Cent. Die Tankstellenfirmen gaben sie aber nicht
komplett an die Kund:innen weiter. Den Bund kostete der Tankrabatt rund
1,6 Milliarden Euro.
## Die heikle Frage: Wer trägt die Kosten?
Der Spritpreisdeckel könnte ab dem 1. Januar 2027 greifen. Möglicherweise
etabliert dieser eine staatliche Preisobergrenze, die sich an der
tatsächlichen Entwicklung des Ölpreises orientiert. Ähnliche Modelle
praktizieren Belgien und Luxemburg. Die SPD hatte sich dafür ausgesprochen,
CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche äußerte sich kritisch.
Die heikle Frage beim Preisdeckel lautet: Wer trägt die Kosten? Wenn die
Obergrenze zu niedrig liegt, schmilzt die Gewinnmarge der Ölkonzerne
zusammen oder es entstehen ihnen sogar Kosten. Die werden die Unternehmen
aber nicht alleine bezahlen wollen. Also müssten einige Milliarden Euro aus
dem Staatshaushalt fließen.
Da der normale Bundeshaushalt, abseits der großen Investitionsprogramme,
sowieso auf Kante genäht ist, bereitet die zusätzliche Ausgabe
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) einige Probleme. Deshalb liefen die
Verhandlungen am Freitag auch zwischen Bund und Ländern, die einen Beitrag
leisten sollen.
Die auf Unionsseite kürzlich noch favorisierte Absenkung der Mehrwertsteuer
für Benzin und Diesel spielte in den Berichten zunächst keine Rolle.
Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann
könnten sich eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Treibstoff von 19 auf
sieben Prozent vorstellen. Das würde einer Entlastung an den Tanksäulen um
20 bis 25 Cent je Liter entsprechen. Allerdings profitieren kleine und
große Firmen wenig davon, weil sie sich die gezahlte Mehrwertsteuer ohnehin
vom Finanzamt zurückerstatten lassen.
Auch von den diskutierten Zuschüssen zu den Benzinkosten an alle
Bürger:innen oder zumindest Privathaushalte mit geringen Einkommen war
erstmal keine Rede. Die Bundesregierung arbeitet an einem
Direktauszahlungsmechanismus, der solche Überweisungen grundsätzlich
ermöglicht. Die Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer und Gabriel Felbermayr
sprachen sich für diese Variante aus.
18 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hannes Koch
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