# taz.de -- Jelena Rybakina gewinnt US-Open-Finale: Duell mit viel Zukunft
       
       > Die neue Weltranglistenerste Jelena Rybakina bezwingt im US-Open-Finale
       > ihre Vorgängerin Aryna Sabalenka. Die beiden könnten das Frauentennis
       > dominieren.
       
 (IMG) Bild: Kraftvoller Return: Jelena Rybakina findet im Finale auf die Schläge von Sabalenka meist eine gute Antwort
       
       Bevor der erste Ballwechsel im Finale der US Open am Samstag gespielt war,
       stand ein Verlust schon fest: [1][die Belarussin Aryna Sabalenka] würde
       ihre Position als Weltranglistenerste, die sie stolze 99 Wochen halten
       konnte, an ihre [2][Gegnerin Jelena Rybakina] abgeben müssen. Als
       Titelverteidigerin konnte sie wenig Ranglistenpunkte dazugewinnen, die
       gebürtige Russin Rybakina, die seit 2018 für Kasachstan antritt und
       erstmals im Endspiel der US Open stand, dagegen schon.
       
       Dass Sabalenka nun auch im direkten Duell nach drei Sätzen unterlegen war
       (4:6, 7:5, 2:6), frustrierte diese besonders. Zumal es ihr dritter
       US-Open-Triumph in Serie hätte werden können. Das ist im Profitennis
       bislang nur Chris Ewert und [3][Serena Williams] gelungen. Wegen der
       verpassten Chance zertrümmerte die 28-Jährige, die für ihre Emotionalität
       bekannt ist, erst einmal ihren Schläger.
       
       Die neue Nr. 1 der Welt ist von ganz anderem Gemüt. Sie hat sich ihren Ruf
       als Stoikerin redlich erarbeitet und wird häufig auch die „Eisprinzessin“
       genannt. Ihr Wimbledon-Sieg 2022 rief großes Erstaunen hervor, nicht minder
       wunderten sich die Beobachter damals aber über ihre sparsame Freude. Und
       als dieser Tage klar war, dass sie die Weltrangliste anführen wird, fiel
       ihr Statement ebenfalls sehr nüchtern aus: „Nummer 1 zu sein, bedeutet mir
       viel. Aber ich denke da nicht so drüber nach. Wahrscheinlich kommt das,
       wenn ich mal meine Karriere beende und zurückschaue.“
       
       ## Ansporn zur Höchstleistung
       
       Sabalenka scheint diese Selbstkontrolle von Rybakina etwas unheimlich zu
       sein. Nach der Niederlage riet sie ihr: „Hab Spaß heute, morgen und bis zum
       Ende der Saison, sodass ich auch ein paar Titel gewinnen kann.“ Schon bei
       den Australian Open hatte Rybakina im Finale gegen Sabalenka triumphiert.
       Das Duell könnte das Frauentennis in den kommenden Jahren bestimmen. „Ich
       habe das Gefühl, dass wir uns in solch harten Kämpfen gegenseitig zu
       Höchstleistungen anspornen“, sagte Rybakina nach der Partie. Es sei immer
       noch schwierig zu verarbeiten, was vorgefallen sei. Es seien zu viele
       Erfolge in wenigen Wochen.
       
       Der Spielstil von Sabalenka und Rybakina ist durchaus ähnlich. Beide
       verfügen über einen harten Aufschlag und pflegen ein kraftvolles
       Grundlinienspiel. Wobei Rybakina am Samstag es bemerkenswerterweise gut
       kompensieren konnte, dass ihr erster Aufschlag häufig nicht gut kam.
       
       Für Rybakinas Erfolge in dieser Saison macht die frühere US-Open-Siegerin
       und Ex-Weltranglistenerste Lindsay Davenport ausgerechnet deren
       umstrittenen Trainer Stefano Vukov maßgeblich verantwortlich: „Alles hat
       sich für Rybakina geändert, nachdem Stefano Vukov wieder in ihr Camp
       durfte“, sagte die Amerikanerin dem Sportsender Tennis Channel.
       
       Anfang 2025 hatte die Profi-Organisation WTA den Kroaten wegen Verstößen
       gegen den Verhaltenskodex gesperrt. Einem Bericht von The Athletic zufolge
       soll Vukov seine Autorität gegenüber Rybakina missbraucht und ihr
       Wohlbefinden gefährdet haben. WTA-Chefin Portia Archer soll ihm „toxisches
       Verhalten“ und „seelischen Missbrauch“ bescheinigt haben. Dessen Einspruch
       gegen die Sperre hatte im August 2025 wohl auch deshalb Erfolg, weil
       Rybakina ihn verteidigte und dann wieder in ihr Team zurückholte. Vukov,
       versicherte sie, habe sie nie missbräuchlich behandelt. Nach dem
       US-Open-Finale schwärmte Rybakina am Samstag: „Ich habe ein großartiges
       Team, großartige Menschen um mich.“ (Mit Material von dpa)
       
       13 Sep 2026
       
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