# taz.de -- was für eine woche: „Wolfram Weimer sollte noch mal in seine Jobbeschreibung schauen“
       
       Ann-Kathrin Leclère 
       
       Wolfram Weimer denkt darüber nach, das ZDF zu privatisieren. Klingt absurd,
       hat er allerdings in einer internen Konferenz im Konrad-Adenauer-Haus
       vergangenen Donnerstag laut einem KNA-Bericht erzählt. Die Gründe:
       Doppelstrukturen bei den Öffentlich-Rechtlichen und die Übermacht von Big
       Tech. Dass etwa Kosten reduziert werden im Rundfunksystem ist notwendig,
       und Weimer kann es sich auch gern wünschen. Es gibt nur ein Problem:
       ÖRR-Reformen gehören gar nicht in sein Aufgabengebiet als
       Bundesmedienminister. Die Länder machen die Regeln untereinander aus.
       Warum redet Weimer also über Dinge, die ihn nichts angehen? Man will ihm ja
       nichts unterstellen, aber gerade jetzt, kurz nach dem AfD-Sieg in
       Sachsen-Anhalt, wurden ihm die Argumente für eine Abschaffung der
       Öffentlich-Rechtlichen geradezu auf dem Silbertablett serviert. Doch statt
       sich bei rechten oder konservativen Takes zu bedienen, könnte Weimer seinen
       eigentlichen Aufgaben nachgehen. Bei der Regulierung von Big Tech könnte er
       in der Bundesregierung viel tun. Er forderte im vergangenen Jahr eine
       Digitalabgabe von Plattformen, die Medien, die seine Aufgaben sind,
       mitfinanzieren soll. Auf einen Gesetzentwurf warten wir allerdings bis
       heute.
       
       19 Sep 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann-Kathrin Leclere
       
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