# taz.de -- Suche nach Daniel V.
       
       > Nach Anschlägen auf Umspannwerke fahndet die Polizei nach dem
       > Gevelsberger
       
       Die Polizei ist dem Mann, der im Verdacht steht, mehrere Anschläge auf
       Umspannwerke verübt zu haben, offenbar unmittelbar auf der Spur. Am Sonntag
       rückte die Polizei zu einem Einsatz in der Umgebung des Hambacher Forsts in
       Nordrhein-Westfalen aus. Am Freitag war in der Nähe sein zum Wohnmobil
       umgebauter LKW gefunden worden. Den Ermittlern zufolge könnte der
       48-Jährige mit einem Fahrrad unterwegs sein.
       
       Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, er gehe derzeit von
       einem Fall von „Klimaextremismus“ durch einen mutmaßlichen Einzeltäter aus.
       Er verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen. Hintergrund der
       Fahndung sind Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen.
       Die [1][taz berichtete am Donnerstag als Erste über ein Bekennerschreiben,
       das handschriftlich verfasst und ihr per Post zugestellt] wurde. „Das
       Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges
       Täterwissen“, erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).
       
       Nach taz-Informationen handelt es sich bei dem Gesuchten um Daniel V.,
       einen Endvierzigjährigen und studierten Mediziner, der in Gevelsberg
       gemeldet ist. Die Polizei fahndet inzwischen mit Fotos nach ihm. [2][Die
       taz war am Donnerstag an seiner Meldeadresse], konnte dort aber nur eine
       Familienangehörige antreffen, die angab, V.s aktuellen Aufenthaltsort nicht
       zu kennen.
       
       In dem Schreiben bezichtigt sich Daniel V. der Tat und nennt Details, wie
       er die Raketen und Abschussvorrichtungen zusammenbaute. „Stromerzeugung aus
       fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich
       zieht“, heißt es im Schreiben. Dieses Leid wolle er „abwenden oder
       vermindern“.
       
       Bei den Taten in Jänschwalde, Bergheim und nun Dormagen war versucht
       worden, mit selbstgebauten Raketen ein Drahtseil auf die
       Hochspannungsleitungen zu schießen, um damit einen Kurzschluss zu
       verursachen. In Jänschwalde war dies in einem Fall erfolgreich. In Bergheim
       fielen durch einen Kurzschluss mehrere Leitungen aus, fünf
       Braunkohle-Kraftwerkblöcke mussten vom Netz gehen. Die Authentizität
       zumindest des ersten Bekennerschreibens, das der taz vorliegt, lässt sich
       nicht zweifelsfrei belegen. Möglich wäre auch weiterhin, dass der Verfasser
       zu Unrecht für sich beansprucht, die Taten begangen zu haben, dass er nicht
       allein oder im Auftrag handelte, oder dass ein anderer Akteur bewusst eine
       falsche Fährte legt. 
       
       kau, abr, afro, gjo und ko
       
       7 Sep 2026
       
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