# taz.de -- was für eine woche: „Die arabischen Parteien zu disqualifizieren, zeugt von großer Sorge“
Susanne Knaul
Jeder fünfte Israeli ist Araber. Der Anteil der Wahlberechtigten liegt zwar
leicht darunter, denn die arabische Bevölkerung ist sehr jung. Doch in
guten Zeiten haben es die Parteien, die sich Gleichberechtigung für alle
BürgerInnen Israels wünschen, als Bündnis auf den dritten Platz in der
Knesset geschafft. Gemeinsam haben sie Macht.
Genau das ist der Grund, warum Regierungschef Benjamin Netanjahu stets kurz
vor Parlamentswahlen mit verstärkter Wucht gegen die Parteien hetzt, deren
WählerInnen angeblich „in Horden zu den Wahlurnen strömen“, oder die man –
wie jetzt – von den Ende des Monats [1][anstehenden Parlamentswahlen]
auszuschließen versucht. Es ist Rassismus in Reinkultur, ein Wahlkampf, wie
er hässlicher kaum sein könnte, und umso absurder mit Blick auf die offen
rechtsextremistischen Parteien, die eine Disqualifizierung nicht fürchten
müssen.
Genau das Gegenteil dieser Diskriminierung wäre jetzt sinnvoll und ohnehin
lange überfällig: eine Regierungskoalition unter Beteiligung arabischer
Parteien. Es wäre ein versöhnliches Signal an die größte Minderheit im
Land, die immer wieder auch von linken Parteien enttäuscht wurde. Nicht
zuletzt würde die Kooperation den Anti-Netanjahu-Block erheblich stärken.
2 Oct 2026
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(DIR) Susanne Knaul
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